







*nach anderen Quellen: 1901
**nach altem Kalender: 1. September
***richtig: Wlaßów (mit mittellangem, aber unbetontem "a", nur einem - scharfen - "s" und betontem "o"); Dikigoros folgt hier ausnahmsweise der falschen, aber in Deutschland üblichen Transskription.
****nach anderen Quellen: als 13. Kind
*****Über Wlassows Motive sind im Nachhinein viele müßige Spekulationen angestellt worden, wobei Schwarz-weiß-Fragen wie "Patriot oder Verräter" schwerlich zu brauchbaren Antworten führen. Bei Wlassow und seinen Mitstreitern in der "Russischen Befreiungsarmee" und dem "Smolensker Komitee" dürfte mehrere Gründe zusammen gekommen sein, die wahrscheinlich denen ähnelten, die nach der verlorenen Schlacht von Stalingrad gefangene deutsche Offiziere dazu veranlaßten, sich Stalin zur Verfügung zu stellen ("Bund Deutscher Offiziere", "Nationalkomitee Freies Deutschland"): Verärgerung über Fehlentscheidungen der eigenen militärischen Führung, opportunistische Hoffnung auf bessere Behandlung in Gefangenschaft und vor allem falsche politische Versprechungen, denen man leichtfertig glaubte. So wie die Sowjets den deutschen Offizieren Hoffnungen auf ein "Neues Deutschland" machten, so wurde Wlassow von untergeordneten deutschen Stellen ohne Wissen und Wollen der Reichsregierung u.a. die Wiederherstellung Rußlands in den Grenzen von 1941 unter eigener Verwaltung und mit eigenen Streitkräften als vollwertiger Verbündeter des Deutschen Reichs zugesagt. Man mußte weder ein besonderer Patriot noch politisch besonders engagiert sein (sondern nur reichlich naïv), um auf solche Märchenschlösser herein zu fallen. Weder hüben noch drüben waren die Angehörigen jener beiden Komitees vor ihrer Gefangennahme auf die Idee gekommen, sich aus "Patriotismus" o.ä. edlen Motiven gegen ihre Regimes zu stellen, deren Politik sie angeblich so strikt ablehnten. Entgegen anderslautenden Gerüchten stellte sich Wlassow den Deutschen auch nicht freiwillig, sondern versuchte vielmehr, ihnen zu entkommen; er wurde durch einen anti-stalinistischen Dorfschulzen festgesetzt und an die deutschen BefreierBesatzer verraten.
******Auch über Hitlers Motive braucht man nicht lange zu spekulieren. Wenn man nicht der abwegigen - aber heute herrschenden, da amtlich verordneten - Theorie folgen will, daß er "alle Russen und anderen Sowjetbürger versklaven" wollte, mußte er sich zwischen zwei Alternativen entscheiden: entweder Unterstützung der von den Russen schon längst vor Sowjetzeiten unterdrückten kleineren Völker oder aber Unterstützung der Russen bei eben dieser Unterdrückung, um sich mit dem stärksten Volk zu verbünden. Man muß keine besonders edlen Motive unterstellen, wenn Hitler der ersteren Lösung zuneigte - die Erfahrung sprach einfach für sie: Sowohl die Kosaken in der Ukraïne als auch die Weißrussen unter dem heute so gut wie vergessenen Dimitrij Kosmowitsch erwiesen sich als äußerst wertvolle, von Anfang bis Ende zuverlässige Verbündete - was man von Wlassows Leuten nicht behaupten kann. Wlassow war in seinen "großrussischen" Allmachts-Fantasien nicht bereit, den kleineren Völkern auch nur die geringsten Zugeständnisse in Sachen Selbstverwaltung zu machen - wie es die Deutschen ohne weiteres taten -, geschweige denn kulturelle Autonomie oder gar volle Unabhängigkeit zu gewähren; er war ein erbitterter Feind aller "Separatisten". Insoweit war Hitlers Mißtrauen durchaus begründet; daß sich die kleineren Völker - neben den bereits erwähnten auch die des Baltikums und des Kaukasus - schließlich als zu schwach erwiesen, um im Bündnis mit ihnen die Russen zu besiegen, zeigt, daß Hitler & Co. im Ergebnis auf die falsche Karte setzten. Auf einem anderen Blatt steht, daß auch die kleineren Völker viel zu spät und in viel zu geringem Umfang für den Kampf gegen die Sowjet-Union heran gezogen wurden.
*******Auch Himmler entschied sich letztlich gegen die "Großrussen" und für die kleineren Völker. Am Ende des Zweiten Weltkriegs kämpfen in der Waffen-SS mehr Angehörige der osteuropäischen Minderheiten - nicht nur aus der Sowjet-Union, sondern auch aus Jugo-Slawien - als Deutsche.
********"... den schlagen die Götter mit Blindheit". Angeblich zitierte ein deutscher Offizier diesen Satz Ende Mai 1943 während einer Konferenz in Mauerwald, auf der höhere Offiziere der Wehrmacht vergeblich versuchten, Angehörige der politischen Führung vom Konzept Wlassows zu überzeugen.
*********Sowohl Steenberg als auch Strik-Strikfeldt waren Wehrmachts-Dolmetscher, die als Verbindungsleute zu Wlassow fungierten.
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