THOMAS WOODROW WILSON
(1856 - 1924)
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Tabellarscher Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigors
- 1856
- 28. Dezember: Thomas Woodrow Wilson wird als Sohn eines presbyterianischen Pfarrers in Staunton/Virginia geboren.
Er verbringt seine Kindheit in Virginia, Georgia und South Carolina.
- 1873/74
- Wilson besucht das Davidson College.
- 1875-79
- Wilso studiert am Princeton College (nachmals Universität), New Jersey.
- 1879-83
- Wilson studiert Rechtswissenschaften an der Universität von Virginia, besteht die Anwaltsprüfung in Georgia und arbeitet kurze Zeit in der Anwaltskanzlei seines Freundes Edward Ireland Renick in Atlanta/Georgia.
- 1883-85
- Wilson studiert Geschichte und Politische Wissenschaften an der Johns-Hopkins-Universität, Baltimore.
- 1886
- Wilson erwirbt den Grad eines Ph.D. (der deutschen Habilitation entsprechend) mit einer Arbeit zum Thema "Congressional Government".
- 1885
- Wilson heiratet Ellen Louise, geb. Axson (1860-1914). Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor.
- 1885
- Wilson wird Dozent am Bryn Mawr College in Wesleyan.
- 1888
- Wilson wird Associate Professor an der Wesleyan University.
- 1890
- Wilson wird Professor für Rechtswissenschaften und Nationalökonomie an der Universität Princeton.
- 1896
- Wilson veröffentlicht eine Biografie George Washingtons.
- 1902
- Wilson wird Präsident der Universität Princeton.
- Wilson veröffentlicht eine umfangreiche "Geschichte des amerikanischen Volkes" in fünf Bänden aus Sicht der Südstaaten. Er schildert darin u.a. den Kampf des "Ku Klux Klan" als Akt legitimer Notwehr gegen Neger und "Carpetbeggars".

- 1908
- Wilson veröffentlicht "Constitutional Government in the United States".
- 1910
- Wilson wird für die Democrates zum Governeur von New Jersey gewählt.
- 1912
- 5. November: Wilson gewinnt mit einer relativen Mehrheit von 42% der Stimmen die Präsidentschaftswahlen gegen den
amtierenden Präsidenten William Howard Taft (von dessen Republikanern sich die "Progressiven" unter
Theodore Roosevelt
abgespalten und so das Wählerpotential gesplittet haben).
- 1913
- Januar: Wilson wird als 28. President der USA vereidigt. Als solcher setzt er außenpolitisch Roosevelts "Strategie des großen Knüppels" fort, zur Einschüchterung insbesondere der lateinamerikanischen Staaten, die er - auch unter militärischer Gewaltanwendung - zu einer "Politik der Offenen Tür" zwingt. Innenpolitisch betreibt er eine Politik der strengen "Segregation [Rassentrennung]" - u.a. verfügt er die Entlassung aller Farbigen aus dem Staatsdienst. (Lediglich in der Armee werden einige "Buffalo"-Regimener gehalten, mit schwarzen Mannschaften und drittklassigen weißen Offizieren, zum Verheizen in besonders gefährlichen Einsätzen.) Dies hat jedoch nichts mit "Rassismus" zu tun, sondern nur damit, daß er sie grundsätzlich für unfähig hält - privat hält auch er sich selbstverständlich schwarze
SklavenDiener.

- 1914
- Wilson unterschreibt den Clayton-Anti-Trust-Act, der die Legalität von Gewerkschaften und das Streikrecht
festschreibt.
- Ellen Wilson stirbt.
- August: Bei Beginn des
Ersten Weltkriegs
proklamiert Wilson mit Rücksicht auf das starke irische Wählerpotential seiner Partei, bei dem es keinerlei Sympathien für die Briten gibt, die Neutralität der USA. Tatsächlich unterstützen die USA von Anfang an die Entente mit erheblichen Materiallieferungen, die zunehmend auf Pump erfolgen, so daß die US-Wirtschaft immer mehr von einem Sieg ihrer Schuldner abhängig wird.


- 1915
- David Griffith dreht den Film "The Birth of a Nation [Die Geburt einer Nation]" nach dem Roman "The Clansman" von Wilsons Studienfreund Thomas Dixon, der wiederum auf Wilsons "Geschichte des amerikanischen Volkes" beruht. (Der Film ist heute verboten, da er als rassistische Verherrlichung des "Ku Klux Klan" gilt*).

- 18. Dezember: Wilson heiratet in zweiter Ehe Edith Bolling Galt (1872-1961).
- 1916
- Wilson setzt sozialreformerische Maßnahmen durch, u.a. das Verbot der Kinderarbeit und die Einführung des Acht-Stunden-Tags für Eisenbahner.
- November: Wilson siegt unter Hinweis auf sein Verdienst, die USA aus dem Weltkrieg heraus gehalten zu haben - und dem Versprechen, dies auch weiterhin zu tun - bei den Präsidentschaftswahlen knapp gegen den Republikaner Charles Evans Hughes.
- 1917
- 3. Februar: Wilson verkündet den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Deutschland.
- 6. April: Wilson verkündet den
Kriegseintritt der USA,
den er als "Kreuzzug für die Demokratie" darstellt. Vorwand ist die angebliche Wiederaufnahme des uneingeschränkten U-Boot-Krieges durch Deutschland.** Er verlängert dadurch den Ersten Weltkrieg - der kurz vor dem Erschöpfungsfrieden stand - um anderthalb Jahre.
- 1918
- 8. Januar: In einer Rede vor dem Congress verkündet Wilson ein
14-Punkte-Programm,
das er als Basis für eine liberale Nachkriegsordnung ("Weltfriedensprogramm") darstellt. (Selbstbestimmungsrecht der Völker, Abrüstung, Abschaffung der Geheim-Diplomatie etc.) Tatsächlich handelt es sich lediglich um Propaganda, an deren Verwirklichung er selber keinen Augenblick glaubt.


- 11. November: Wilson reist nach Paris, um an der
"Friedenskonferenz"
von Versailles teilzunehmen. Er plädiert dafür, die "Liga der Nationen" (in Deutschland
"Völkerbund"
genannt) zur
Beherrschung der Weltzur Sicherung des Weltfriedens in das Friedensdiktatden Friedensvertrag aufzunehmen.
- 1919
- Januar: Der Congress verabschiedet einen Verfassungszusatz, nachdem der Verkauf "harter" alkoholische Getränke verboten wird ("Prohibiton"). Wilson legt sofort sein Veto ein und widmet dem Rest seines Lebens dem Kampf für die Freiheit des Alkohol-Konsums - das einzige, was er seinen irischen Wählern noch zu bieten hat, nachdem er dem irischen Freiheitskampf gegen Großbritannien unter Bruch seiner "18-Punkte"-Versprechungen in den Rücken gefallen ist.
- Oktober: Während einer Werbereise gegen die Prohibtion erleidet Wilson einen Schlaganfall und ist seitdem halbseitig gelähmt. Wenige Tage später überstimmt der Congress sein Veto mit Dreiviertelmehrheit.
- 1920
- Januar: Die Prohibition tritt in Kraft. Wilson ist ein gebrochener Mann, obwohl er es - wie die meisten US-Amerikaner - versteht, sich auch illegal mit Hochprozentigem zu versorgen.
- 19. März: Der
Versailler Vertrag
wird vom US-Senat wegen der Abtretung des deutschen Pachtgebiets Tsingtao (dessen Rückgabe an China Wilson versprochen hatte) als Kolonie an Japan abgelehnt. Damit scheitert auch der Beitritt der USA zum Völkerbund.
- Dezember: Wilson erhält den Friedensnobelpreis für das Jahr 1919.
- 1921
- 4. März: Ende der Amtszeit Wilsons. Wegen seines Gesundheitszustands tritt er nicht mehr zur Wahl an. Sein Nachfolger wird der Republikaner Warren G. Harding (1865-1923).

- 1924
- 3. Februar: Woodrow Wilson stirbt in Washington D.C. Er geht als großer
Idealist in die Geschichte ein.
*zu Unrecht - Dikigoros besitzt eine vollständige Kopie der französischen Fassung; von "Verherrlichung" kann da nicht die Rede sein.
**Tatsächlich handelt es sich nach wie vor um einen stark eingeschränkten U-Boot-Krieg.
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