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Walter Rothenburg , genannt Wero, war eine
Hamburger Institution mit Talenten als Seemann,
Volksdichter, Schlagertexter, Boxpromoter und
Hobby-Astrologe. Am 28. Dezember 1889 in Eimsbüttel geboren,
sollte er nach der Schule in eine Backstube gesteckt werden, entfloh zur
See und begeisterte sich für Boxsport.
Als Veranstalter vor allem für
Max Schmeling brachte er die nie wieder erreichte Zuschauerzahl von
100 000 auf der Dirt Track (Sandbahn) in Lokstedt zusammen,
wo der Ex-Weltmeister 1934 gegen Walter Neusel gewann. Für den
Kampf Schmelings gegen Steve Hamas baute er innerhalb von vier
Wochen eine Holzlagerhalle an der Ausschläger Allee zur "größten
Sporthalle der Welt" um, zur Hanseatenhalle in -
Rothenburgsort!
Rothenburg schrieb quasi nebenbei die
Ur-Hamburger Couplets "An de Eck von de Steenstroot", "An de
Alster, an de Elbe, an de Bill", für Charly Wittong "Fohr mi mol
röber" und für Freddy Quinn "Junge, komm bald wieder". Er machte
Fischerkittel, Elbsegler und blaue Büx zum Markenzeichen
Hamburger Volkssänger.
Als Texter war er so produktiv, dass seine
Komponisten Lotar Olias, Michael Jary, Gerhard
Winkler und Gerhard Jussenhoven kaum nachkamen. Schlager der
Nachkriegszeit, der Welterfolg "You, you, you" und vor allem die
"heimliche Nationalhymne" stammen aus seiner Feder: "So ein Tag, so
wunderschön wie heute".
Seine letzten Jahre verbrachte er in
Ascona am Lago Maggiore, wo er 1975 starb. Als Hamburger Jung wurde
er in Ohlsdorf beigesetzt. Seine fünfte Frau, die er zärtlich
Weroline nannte, gab im Abendblatt bekannt, Wero habe den
Planeten gewechselt. Nach ihr unterschrieb Lord Simon die
Traueranzeige - sein Hund, ein Yorkshire-Terrier. mj
erschienen am 8. Jul 2002 in Hamburg