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![[Wahlplakat der DNVP]](tirpitzdnvp.jpg)



*Der Reichstag war im Kaiserreich - anders als der Bundestag in der BRD - eine von der Regierung unabhängige Volksvertretung zur Wahrung der Interessen der Steuerzahler. Es gab noch eine echte, rechtsstaatliche Gewaltenteilung; das später zu Unrecht verteufelte "Dreiklassen-Wahlrecht" bezog sich auf die Steuerklassen und besagte, daß diejenigen, die am meisten Steuern zahlten, auch die meisten Mitbestimmungsrechte haben sollten, wofür sie verwendet wurden. (Von den heutigen Unternehmern, die ihr Geld auf der Flucht vor dem Fiskus bevorzugt im Ausland "anlegen", wäre keiner über die niedrigste Wählerklasse hinaus gekommen.) Die verhängnisvolle Entwicklung zur ("Parteien-Demokratie" genannten) Parteien-Diktatur, die einer (oder mehreren) politischen Partei(en) alle drei Gewalten ausliefert, zeichnete sich erst in Ansätzen ab.
**Bis zum Verlust seiner Flotten im Krieg gegen Japan stand Rußland quantitativ auf dem zweiten Platz. Die Größe sagte nicht unbedingt etwas über die Stärke aus; die britische, deutsche, amerikanische und japanische Flotte waren den anderen aber auch qualitativ überlegen.
***Wenig überzeugend ist die offizielle BRD-Geschichtsschreibung, wonach es Proteste der USA - sowohl gegen die Hunger-Blockade als auch gegen den uneingeschränkten U-Boot-Krieg - gewesen seien. Wer Augen im Kopf hatte, konnte schon damals unschwer sehen, daß die USA ohnehin nicht "neutral", sondern vielmehr der Hauptlieferant der Entente-Mächte mit Waffen, Munition und Verpflegung waren und nur deshalb noch nicht offen in den Krieg eingegriffen hatten, weil ihre Rüstungen noch nicht abgeschlossen waren.
****Auf einer von der BRD-Regierung finanzierten, halb-amtlichen
Internet-Seite wird dazu folgendes kolportiert: "Tirpitz' Forderung nach uneingeschränktem U-Boot-Krieg trifft auf die ablehnende Haltung Wilhelms II. und des Reichskanzlers
Theobald von Bethmann Hollweg. Beide fürchten den Kriegseintritt der USA."
Daran ist soviel richtig, daß es bei Hof und in der Reichleitung tatsächlich ein paar blinde Hühner gab, die noch immer nicht erkannt hatten, daß der offene Kriegseintritt der USA auf Seiten der Entente-Mächte längst beschlossene Sache war. Die nunmehr zur Debatte stehende "Wiederaufnahme" des "uneingeschränkten" U-Boot-Krieges betraf gar keine solche mehr, sondern nur noch die Erlaubnis an deutsche U-Boot-Kommandanten, bewaffnete "Handelsschiffe" der Kriegsgegner und "Neutralen", welche Kriegsmaterial für die letzteren transportierten, anzugreifen, ohne vorher aufzutauchen und sich damit der Gefahr auszusetzen, von jenen "Handelsschiffen" versenkt zu werden. (Die Engländer verfuhren übrigens in der Blockadezone selbst mit unbewaffneten neutralen Schiffen ebenso, ohne daß ihnen die USA darob mit Krieg gedroht hätten - deren Schiffe waren freilich auch nicht betroffen, da sie ja von Anfang an nicht neutral waren.) Der Streit hinter den Kulissen verlief dabei genau umgekehrt: Entgegen seinen offiziellen Verlautbarungen wandte sich v. Tirpitz intern hartnäckig gegen den "uneingeschränkten" U-Boot-Krieg - den vor allem Admiral Scheer befürwortete -, und zwar nicht aus politischen Rücksichten gegenüber den USA, sondern weil er persönlich erpreßbar war: Die Engländer hatten bei einem Seegefecht vor Helgoland vier Wochen nach Kriegsausbruch seinen Sohn - der Kommandant eines kleinen Kreuzers gewesen war - gefangen genommen und drohten, diesen zu ermordenhinzurichten als Sohn eines "Kriegsverbrechers" - der v. Tirpitz in ihren Augen gewesen wäre, wenn die Deutschen den "uneingeschränkten" U-Boot-Krieg wieder aufgenommen hätten. (Es galt das Prinzip der Sippenhaft.) Dabei scheuten sie sich nicht, diese Morddrohung ganz offen in ihrer Presse (z.B. der Daily Mail) zu verlautbaren. Tirpitz war aus diesem Grunde als Marineminister nicht länger tragbar.
Die BRD-Regierung - blind für
die Lehren der Weimarer Republik
- fühlt sich allerdings nach wie vor an die Bestimmungen des Versailler Friedensdiktats von 1919 gebunden, einschließlich der
Kriegsschuldlüge
und der Lüge, daß Kriegsverbrechen stets nur von den bösen Deutschen begangen wurden, nie aber von den edlen Alliierten. Deshalb kann auch die noch lange nach dem Waffenstillstand aufrecht erhaltene, völkerrechtswidrige Hunger-Blockade der Entente gegen Deutschland, der mehr als eine Million Frauen, Kinder und sonstige Zivilisten zum Opfer fielen, kein Kriegsverbrechen gewesen sein, sondern nur der in erster Linie gegen diese gerichtete U-Boot-Krieg. Folglich muß die BRD-Regierung Sorge tragen, daß die wahren Hintergründe v. Tirpitz' Rücktritt bis heute tot geschwiegen werden; auf diese Linie hat sie alle ihre Söldner der Lüge, pardon, alle "Historiker", die von ihr besoldet werden, bei Strafe fristloser Entlassung im Falle der Zuwiderhandlung festgelegt.
*****Daß diese Schlacht nur 6 Wochen nach v. Tirpitz' Rücktritt statt fand, spricht gegen die These, daß Wilhelm II die Schlachtschiffe entgegen dessen Drängen nicht einsetzen wollte; vielmehr deutet einiges (u.a. das Fehlen - also wohl die Vernichtung - jeglicher Quellen) darauf hin, daß es - genau wie beim "uneingeschränkten" U-Boot-Krieg - genau umgekehrt war: Tirpitz war wohl intern ebenso gegen den Einsatz der Schlachtflotte wie gegen den uneingeschränkten U-Boot-Krieg.
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