Margaret Thatcher
(1925 - 200x)
Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros
- 1925
- 13. Oktober: Margaret Hilda Roberts wird als zweite Tochter des Krämers Adolf ("Alf") Roberts und seiner Ehefrau, der Näherin Beatrice Ethel, geb. Stephenson, in Grantham geboren. Ihr Vater ist methodistischer Laienprediger und wird 1945/46 kurzzeitig Bürgermeister von Grantham. Als Mitglied des örtlichen Rotary-Clubs erzieht er seine Kinder zum Haß auf Deutschland im allgemeinen und die Nazis im besonderen, da
Hitler den deutschen Rotary-Club aufgelöst hat.
- 1935
- Margaret engagiert sich erstmals politisch, und zwar gegen die Friedensbewegung, die keinen erneuten Weltkrieg will, während ihre Familie von dessen Notwendigkeit fest überzeugt ist. In einer Zeit ohne nennenswerte Massenmedien wird ihr Weltbild geprägt durch die Lektüre der Werke von Kipling, Valtin ("Out of the Night"), Agar ("A Time for Greatness") und Hillary (The Last Enemy") - allesamt imperialistisch und deutschfeindlich.
- 1943
- Aus Bewunderung für Isaac Newton (der aus Grantham stammte) bewirbt sich Margaret um einen subventionierten Studienplatz für Chemie am renommierten Sommerville College in Oxford. Sie fällt durch, kann jedoch durch den Verzicht einer Mitbewerberin "nachrücken". Sie tritt dem konservativen Studentenverband "OUCA (Oxford University Conservative Association)" bei. Im Krieg beginnt sie die Deutschen noch tiefer zu hassen; ihre nachhaltigsten Eindrücke sind, daß es Zucker und Marmelade nur noch auf Lebensmittelkarte gibt, so daß sie ihren Tee ohne Zucker trinken muß. Ihr erklärter Kriegsheld ist (und bleibt) "Bomber Harris", der 1945 Dresden zerstört.
- 1945
- Margaret betätigt sich als Wahlhelferin der Konservativen Partei ("Tories") und ist schockiert über den Erdrutschsieg der sozialistischen Arbeiterpartei ("Labour") bei den Unterhauswahlen. Attlee löst
Churchill als Premierminister ab.
- 1946
- Margaret erwirbt den B.A. (Bachelor of Arts) in Chemie und beginnt ein Praktikum in der chemischen Industrie.
- Oktober: Margaret wird zur Präsidentin der OUCA gewählt.
- 1949/50
- Margaret wird die erste Präsidentin der konservativen Studentenvereinigung von Oxford.
- Sie erwirbt die Grade eines B.Sc. und M.A. und beschließt, Politikerin zu werden.
- 1951
- Margaret Roberts heiratet den Berufsoffizier Denis Thatcher. Aus der Ehe gehen die Zwillinge Mark und Carol hervor.
- Margaret Thatcher nimmt ein Jurastudium auf.
- 1954
- Thatcher wird als Anwältin zugelassen. Sie spezialisiert sich auf Steuerrecht.
- 1959
- Thatcher gewinnt im dritten Anlauf (nach zwei erfolglosen Versuchen 1950 und 1951) im Wahlkreis Finchley/Nord-London ein Unterhaus-Mandat. Sie bleibt bis 1992 Member of Parliament.
- 1961
- Thatcher wird in der konservativen Regierung Harold Macmillans (1894-1986) Staatssekretärin im Ministerium für Renten und Versicherungen.
- 1962
- 13. Juli: Macmillan entläßt ein Drittel seines Kabinetts (in Anlehnung an die "Niederschlagung des Röhm-Putsches" 1934 "Night of the long knives [Nacht der langen Messer]" genannt).
- 1963
- Januar: Der französische Staatspräsident
Charles de Gaulle verhindert den Beitritt Großbritanniens zur EWG.
- Februar: Harold Wilson wird Vorsitzender der Labour-Partei und Oppositionsführer.
- Oktober: Macmillan tritt als Partei- und Regierungschef zurück; sein Nachfolger wird Alec Douglas-Home. Die Führer des rechten und linken Parteiflügels, Enoch Powell und Ian Macleod, verweigern ihre Mitarbeit im Kabinett.
- 1964
- Oktober: Labour gewinnt die Unterhauswahlen; Wilson wird Premierminister.
- Thatcher wird Oppositionssprecherin für Rentenfragen.
- 1965
- 12. Juli: Die Labour-Regierung beginnt mit der Einführung der Gesamtschule. Langfristige Folge der Zerschlagung des gegliederten Schulsystems ist eine Vertiefung der Klassenspaltung: Die Oberschicht schickt ihre Kinder ohnehin wie bisher auf teure Privatschulen; die Mittelschicht zieht in bessere Viertel, wo es noch staatliche "grammar schools" gibt; die Kinder ärmerer Familien müssen dagegen in den Ghettos bleiben - die sich zwangsläufig bilden - und auf den dortigen staatlichen Gesamtschulen verblöden.
- 11. Juli: Edward Heath wird Nachfolger von Douglas-Home als Vorsitzender der Tories und Oppositionsführer.
- Thatcher wird Oppositionssprecherin für Wohnungsbau.
- 1966
- 31: März: Labour gewinnt erneut die Unterhauswahlen; Thatcher wird stellvertretende Finanzministerin im Schattenkabinett der Tories.
- Juni/Juli: Durch eine Reihe "liberaler" Gesetze soll die "permissive Gesellschaft" eingeführt werden: Abtreibung, Homosexualität und Ehescheidung werden freigegeben; Thatcher stimmt mit für diese "Reformen". Im Rückblick zählt sie dies zu ihren am schwersten wiegenden politischen Fehlern und bereut, nicht gegen diese verhängnisvolle Entwicklung in die "68er Revolution" gekämpft zu haben, welche die britische Gesellschaft in ihren Grundfesten erschüttern und schließlich ruinieren sollte.
- Juli: Die Labour-Regierung versucht der aufkommenden Inflation durch eine deflationäre Politik (Einfrierung der Löhne und Preise von Staats wegen) beizukommen.
- August: Thatcher begrüßt den Gewinn der Fußballweltmeisterschaft durch England gegen die verhaßten Deutschen - das letzte Mal, daß sie mit Königin Elizabeth II (die politisch eher links orientiert ist) einer Meinung ist.

- 1967
- 10. Oktober: Thatcher wird Ministerin für Brennstoff und Energie im Schattenkabinett. Sie besucht die USA und ist besonders vom Raumfahrtzentrum der NASA in Houston beeindruckt.
- 1968
- Februar: Die Labour-Regierung schränkt die Einwanderung von Asiaten aus dem Commonwealth nach Großbritannien ein.
![[Enoch Powell]](enochpowell.jpg)
- 20. April (Hitlers 79. Geburtstag): Enoch Powell, der Führer des rechten Flügels der Tories, warnt in seiner "Rivers-of-Blood"-Rede vor einem durch fremdrassige Einwanderung drohenden Bürgerkrieg mit Strömen von Blut. Wiewohl Thatcher Powells Auffassung persönlich teilt und ihn für den besten Kopf in der Partei hält, wagt sie nicht, ihn offen zu unterstüzten. Powell wird von Heath aus dem Schattenkabinett entfernt; Thatcher wird dortselbst Verkehrsministerin.
- 1969
- Thatcher besucht die Sowjetunion und gewinnt in Moskau und Leningrad einen verheerenden Eindruck vom sowjetischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem.
- 1970
- 18. Juni: Die Tories gewinnen die Unterhauswahlen; Thatcher wird Ministerin für Erziehung und Wissenschaft unter Premierminister Heath (als einzige Frau im Kabinett). Sie kämpft vergeblich für den Erhalt des gegliederten Schulsystems; da sie die Entscheidung im Einzelfall den Kommunen überläßt und diese überwiegend Gesamtschulen bevorzugen, kann sie die von ihr als schädlich erkannte Entwicklung ("Tendenz zum Analphabetismus und zur Rechenunfähigkeit") lediglich verzögern.
- Oktober: Thatcher gerät in die Kritik der Medien, als sie zwecks Einsparungen im Bildungswesen die kostenlose (bzw. stark subventionierte) Abgabe von Milch an Schüler staatlicher Bildungsanstalten abschafft (und das Geld statt dessen in den Neubau von Schulgebäuden steckt). Auf Ablehnung stoßen auch ihre Versuche, den überwiegend linken Studentenausschüssen das Geld zu sperren, das Studenten qua Zwangsmitgliedschaft über ihre Semesterbeiträge finanzieren müssen. Thatcher sieht darin eine Paralle zur Arbeitswelt, in der bestimmte Jobs nur an Gewerkschafts-Mitglieder vergeben werden dürfen, wobei die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft wiederum zur Zwangsmitgliedschaft in der Labour-Partei führt. Diese befürchtet wiederum eine Aufweichung dieses ihres Monopols und entfacht eine Medienkampagne gegen Thatcher.
- November: Die Boulevard-Zeitung The Sun kürt Thatcher zur "unbeliebtesten Frau Großbritanniens". Die Labour-Partei prägt den Spruch: "Mrs. Thatcher - milk snatcher [Milch-Stibitzerin]".
- (Dieser Streit wirkt im Rückblick besonders absurd, seit politisch-korrekte Gutmenschen dekretiert haben, daß es "rassistisch" sei, Milch an Schüler abzugeben, da diese nur für weiße Kinder gesund sei - dies, obwohl andere Gutmenschen "wissenschaftlich bewiesen" haben wollen, daß es gar keine unterschiedlichen Rassen gebe -; seitdem gilt dies in Großbritannien und den USA als verpönt.)
- Dieser Beiname haftet ihr an, bis man sie späer "Iron lady [eiserne Lady]" nennt (übrigens in Anlehnung an den "eisernen Kanzler" Bismarck, nicht an das Folterinstrument, das auf Englisch "Iron maiden [eiserne Jungfrau]" genannt wird.)
![[eiserne Jungfrau]](ironmaiden.jpg)
- 1971
- 4. Februar: Entgegen der konservativen Partei-Ideologie wird der marode Rolls-Royce-Konzern verstaatlicht.
- 28. Oktober: Das Unterhaus stimmt für den Beitritt zur EWG per 1.1.73.
- 1972
- Gewalttätige Streiks, Inflation nach Freigabe des Wechselkurses und Firmenzusammenbrüche verhindern eine vernünftige Wirtschaftspolitik; die Regierung muß sich den Gewerkschaften beugen und dem Niedergang tatenlos zusehen.
- 1973
- 1. Januar: Der EWG-Beitritt Großbritanniens wird wirksam.
- März: Zusammenbruch des Weltwährungssystems von
Bretton Woods;
Aufhebung der Bindung des US-$ an den Goldkurs; Einbruch des Pfund-Kurses; Verteuerung der Importe; neuerlicher Inflationsschub.
- Oktober: Yom-Kippur-Krieg. Der drastische Anstieg des Ölpreises heizt die Inflation weiter an und verschärft die Wirtschaftskrise.
- 1974
- Februar: Unter dem Eindruck erneuter Massenstreiks (unter Führung der mächtigen Bergarbeiter-Gewerkschaft) setzt die Regierung Heath Neuwahlen für Oktober an.
- 10. Oktober: Nachdem Enoch Powell (der bei Gewerkschaften, die eine Einwanderung billiger Arbeitskräfte aus den Dritte-Welt-Staaten des Commonwealths unter allen Umständen vermeiden wollen, zahlreiche Anhänger gefunden hat) zur Wahl von Labour aufgerufen hat, verlieren die Tories überraschend die Unterhauswahlen; Wilson wird wieder Premierminister.
- November: Thatcher wird stellvertretende Finanzministerin im Schattenkabinett.
- 1975
- Februar: Nach einer Kampfabstimmung um den Parteivorsitz tritt Heath zurück; Thatcher übernimmt die Führung der Tories und wird Oppositionsführerin im Unterhaus.

- 1976
- Das Pfund fällt unter 4.- DM; Großbritannien steht vor dem Staatsbankrott und muß Hilfe des Internationalen Währungsfonds in Anspruch nehmen. Wilson tritt zugunsten von James Callaghan (1912-2005) zurück.
- 1977
- Von den Gewerkschaften angezettelte gewalttätige Massenstreiks und Demonstrationen erschüttern die Regierung. Labour kann sich nur durch eine kleine Koalition ("Lib-Lab") mit der "Liberalen Partei" an der Macht halten.
- 1978
- 30. Januar (45. Jahrestag der national-sozialistischen "Machtergreifung" in Deutschland): Thatcher tritt in die Fußstapfen Enoch Powells und spricht sich nunmehr offen gegen die Masseneinwanderung fremdrassiger Commonwealth-Bürger nach Großbritannien aus.

- Mai: Die "kleine Koalition" zerbricht; Callaghan lehnt jedoch Neuwahlen ab und führt eine Minderheitsregierung weiter.
- November: Die konservative Partei droht an einem Streit über die Haltung in der Rhodesien-Frage zu zerbrechen.
- 1979
- Januar: Streiks der Fernfahrer (die 25% Lohnerhöhung verlangen) legen die Versorgung mit Lebensmitteln und Heizmaterial lahm ("Winter of discontent" - nach
Shakespeare,
Richard III); Thatcher bietet der Labour-Partei eine große Koalition zur gemeinsamen Zerschlagung der Gewerkschaften an. Callaghan beantwortet das Angebot nicht.
- 30. März: Das Unterhaus spricht der Regierung Callaghan mit einer Stimme Mehrheit das Mißtrauen aus und erzwingt so Neuwahlen.
- 3. Mai: Bei den Unterhauswahlen erringen die Tories einen Erdrutschsieg - den deutlichsten seit 269 Jahren*.
- Mit Thatcher wird erstmals eine Frau Prime Minister. Ihre Politik wird später "Thatcherismus" genannt und ist vor allem durch eine restriktive Wirtschaftspolitik gekennzeichnet, die auf eine Verlangsamung der Inflation ausgerichtet ist und auf monetaristischen Grundsätzen basiert.
- Außenpolitisch versucht Thatcher dagegen zunächst, ihre Vorgänger links zu überholen: Eine ihrer ersten "Amtshandlungen" ist ein Tänzchen mit dem schwarzen Terroristen und sozialistischen Diktator von Zambia,
Kenneth Kaunda.

- September-Dezember: Thatcher zwingt den rhodesischen Premierminister
Ian Smith,
sein Land in die Kolonialherrschaft Großbritanniens zurück zu führen.

- 1980
- März: Thatcher erkennt den Schona-Häuptling und Führer der Terror-Organisation ZANU,
Robert Mugabe
als neuen Präsidenten "Rhodesien-Zimbabwes" an und entläßt dieses in die Unabhängigkeit. Damit liefert sie hundertausende weißer Siedler und Millionen schwarzer Rhodesier, die nicht zum Stamme der Schona gehören, dem Untergang aus.
- 1982
- April: Nach Besetzung der Falkland-Inseln (Malvinas) durch ein Kompanie argentinischer Rekruten erklärt Thatcher Argentinien - mit Rückendeckung des neuen US-Präsidenten
Ronald Reagan
- den Krieg und schickt eine Invasionsflotte in den Südatlantik, die bis Juni braucht, um die Kolonie zurück zu erobern. Trotz der blamablen Verluste und der enormen Kosten des Krieges, die in keinem Verhältnis zum Wert der Inselchen stehen, die hauptsächlich von Schafen bevölkert werden, trägt ihr dies in Großbritannien neue, nicht unerhebliche Sympathien ein.

- 1983
- Bei den Unterhauswahlen wird Thatcher trotz akuter Wirtschaftsprobleme im Amt bestätigt. Es folgt eine rigorose Kabinettsumbildung.
- Thatcher verfolgt auch weiterhin ihre monetaristische Wirtschaftspolitik, reduziert die staatlichen Ausgaben, treibt die Privatisierung staatlicher Betriebe voran und beschneidet die Macht der Gewerkschaften. Es kommt zu innenpolitischen Konflikten, wie einem Streik der Drucker.
- Thatcher wird Mitglied der Royal Society (FRS).
- 1984
- März: Beginn des Streiks der Bergarbeiter.
- Juli-September: Landesweite Streiks der Docker.
- Oktober: Thatcher entgeht in Brighton einem Bombenanschlag der IRA. Ihre Politik gegenüber Irland unterscheidet sich nicht von der ihrer Vorgänger.
- 19. Dezember: Thatcher unterzeichnet in Peking den Hongkong-Vertrag, der das Ende der Kronkolonie besiegelt und die "Rückgabe" an die Volksrepublik China (der Hongkong nie angehört hatte) für 1997 vereinbart.
- 1985
- Thatcher erreicht den ergebnislosen Abbruch des Bergarbeiterstreiks, dessen hohe Kosten die Gewerkschaften geschwächt haben.
- 1986
- 20. Januar: Thatcher und der französische Präsident
François Mitterrand geben in Lille den Bau eines Eisenbahntunnels unter dem Ärmelkanal bekannt.
- Thatcher unterstützt den Luftangriff der USA auf Libyen und bleibt entgegen der Commonwealth- und EG-Staaten bei ihrer Anti-Sanktionspolitik gegen Südafrika, dem sie das - von ihr selber maßgeblich mitverschuldete - Schicksal Rhodesiens ersparen will. Wie einst bei den Reformen von 1966 hat sie ihren Fehler - für die Betroffenen zu spät - eingesehen.
- 1987
- Juni: Bei vorgezogenen Unterhauswahlen erringt Thatcher ihren dritten Sieg in Folge.
- 1988
- Eine Steuerreform und eine Reform des Schul- und Gesundheitswesens führen zu Protesten in der Bevölkerung. Allgemeine Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Situation, der erneuten Inflation und dem Abbau der sozialen Leistungen führen innenpolitisch und innerparteilich zu Konflikten.
- September: Thatcher hält in Brügge eine Rede, in der sie eine weitere Gleichschaltung der EG-Staaten unter dem Deckmantel der "europäischen Integration" ablehnt.
- 1989
- Oktober: Thatcher entläßt Außenministers Geoffrey Howe und Schatzkanzler Nigel Lawson.
- November: Nach dem
Fall der Berliner Mauer
setzt sich Thatcher bei den anderen drei Besatzungsmächten Frankreich, USA und Sowjetunion für den Erhalt des Status Quo ein.
Sie schließt sich Mitterrand an, der für den Fall einer deutschen
Wiedervereinigung mit Krieg droht, wird jedoch von US-Präsident
George Bush sen. und SU-Führer
Mikhail Gorbatschëw in ihre Schranken gewiesen.
- 1990
- März: Thatcher nimmt an den
Zwei-plus-Vier Gesprächen über den Zusammenschluß von BRD und DDR teil.
- August: Nach dem Einmarsch irakischer Truppen in Kuwait schickt Thatcher britische Truppen an den Arabischen Golf, während sich andere NATO-Partner zurückhalten. Das Scheichtum wird schließlich von US-amerikanischen Truppen freigekämpft.
- November: Thatcher erklärt ihren Rücktritt als Premierministerin - der ihr durch die Verleihung des "Order of Merit" versüßt - und als Parteivorsitzende der Tories, die am zunehmenden Streit über ihre Sozial- und Europapolitik auseinander zu brechen drohten. Ihr Nachfolger wird John Major.
- Thatchers Regierungsbilanz ist innen- wie außenpolitisch katastrofal: in England hat sie den Niedergang des Bildungs- und Gesundheitswesens ebenso wenig verhindern können wie die Unterminierung der Gesellschaft durch überwiegend muslimische Immigranten aus der "Dritten Welt", in Nordirland keinen Weg zur Lösung des Konflikts zwischen Katholiken und Protestanten gefunden. In Afrika hat sie die Machtergreifung schwarzer Terroristen maßgeblich gefördert und damit nicht nur die - überwiegend britischen - Weißen dort verraten, sondern den ganzen Kontinent in die Katastrofe gestürzt. In Südamerika hat sie einen überflüssigen, kostspieligen Krieg um ein paar Schafe geführt, in Asien ohne Not Hongkong geopfert. In Europa hätte sie um ein Haar den Zusammenschluß von BRD und DDR verhindert, der Deutschland auf lange Sicht ruiniert und so Großbritannien wieder mehr Gewicht verliehen hat.
- 1991
- Januar: Thatcher wird Vorsitzende der "Brügge-Gruppe", einer Vereinigung britischer Abgeordneter gegen die fortschreitende EU-Gleichschaltung.
- Thatcher wird Ehrenbürgerin von Westminster und erhält den südafrikanischen Orden der Guten Hoffnung Erster Klasse. (Sie hat - nachdem sie die katastrofalen Folgen ihrer Rhodesien-Politik erkannt hat - maßgeblich dazu beigetragen, daß wenigstens Südafrika noch einige Jahre in Frieden und Freiheit leben konnte. Dreieinhalb Jahre nach ihrem Rücktritt wird Südafrika den schwarzen Terroristen des ANC unter
Nelson Mandela ausgeliefert.)
- 1992
- Juni: Thatcher wird durch die Verleihung des Titels "Baroness of Kesteven" in den nichterblichen Adel erhoben und erhält dadurch einen Sitz im Oberhaus.
- Oktober: Thatcher kritisiert die Europapolitik John Majors und entlarvt den "Maastricht-Vertrag" als "Vision von gestern".
- 1993
- Thatcher veröffentlicht den ersten Band ihrer Memoiren unter dem Titel "The Downing Street Years (1979-90)".
- 1995
- Thatcher veröffentlicht den zweiten Band ihrer Memoiren unter dem Titel "The Path to Power [Der Weg zur Macht] (1925-79)".
- Juni: Thatcher wird der Hosenbandorden verliehen. ("Ein Schuft, wer Böses dabei denkt" :-)
- 1996
- Thatcher kritisiert weiterhin John Major und die Politik der Tories, die ihr politisches Erbe nicht fortführen.
- 1998
- Thatcher solidarisiert sich mit dem unter Verstoß gegen die Regeln der diplomatischen Immunität in England festgehaltenen chilenischen Ex-Präsidenten
Augusto Pinochet.
- 1999
- 17. November: Thatcher nimmt in
Prag
an einer 10-Jahres-Feier zum Zusammenbruch des Ostblocks teil, zu dem sich außer ihr noch andere abgehalfterte Ex-Politiker einfinden, wie George Bush sen., Mikhail Gorbatschëw und
Helmut Kohl.
Sie alle (außerdem
Ronald Reagan
in absentia und Mitterrand posthum) erhalten vom tschechinesischen Präsidenten
Vaclav Havel
den "Orden des weißen Löwen".

- 2000/01
- Thatcher erleidet mehrere Schlaganfälle und ist danach nicht mehr im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte
- 2002
- Der Staatssender BBC veranstaltet eine Umfrage nach den "größten Briten". Thatcher landet auf Platz 16 - als höchstplazierte unter den Lebenden (vor Michael Crawford, Paul McCartney und
Stephen Hawking).
- 2003
- Der Fernsehsender Channel 4 veranstaltet eine - auf noch lebende, nicht vorbestrafte Personen beschränkte - Umfrage nach den "schlechtesten Briten". Thatcher landet auf Platz 3 (hinter dem katholischen Politiker Tony Blair und dem jüdischen Fotomodell Katie Price ["Jordan"]).
- 2004
- Juni: Thatcher nimmt in Washington an der Trauerfeier für Ronald Reagan teil.
- 2007
- An der Trauerfeier für Ian Smith, dessen Volk sie ins Unglück gestürzt hat, nimmt Thatcher nicht teil.
- Im Londoner Parliament wird eine lebensgroße Thatcher-Statue von Antony Dufort aufgestellt, die in Erwartung ihres baldigen Ablebens in Auftrag gegeben wurde und peinlicherweise vor demselben fertig geworden ist - ein anderer Standort war nicht zu finden.

*1710 wurden die "Whigs" (Vorläufer der "Liberals") abgewählt, die England in den ersten Weltkrieg der Neuzeit gestürzt hatten: In Nordamerika kämpften sie gegen die Franzosen um Neuschottland und Neufundland, in Europa im "Spanischen Erbfolgekrieg" um Gibraltar und Menorca, in Südamerika um das Monopol im Sklavenhandel, im "Nordischen Krieg" hatten sie
Karl XII
von Schweden in den Rußlandfeldzug gehetzt. Nachdem die Tories sich aus dem "Nordischen Krieg" zurück gezogen und die übrigen Kriege beendet hatten, wurden sie 1715 abgewählt, ihre führenden Politiker zu Verbrechern erklärt und des Landes verwiesen.
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