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"Der Todesengel von Kalkutta"

MUTTER  TERESA

(Agnes Gonxha Bojaxhiu)

(1910 - 1997)



[Mutter Teresa]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1910
26. August: Agnes Gonxha Bojaxhiu wird als drittes Kind des Bauunternehmers Nicholas Bojaxhiu und seiner Ehefrau Dranafile, geb. Bernai, in Üsküb im Osmanischen Reich geboren. Ihre Eltern sind Angehörige der albanischen Minderheit in Makedonien.*

1913
Nach dem Balkankrieg fällt Nord-Makedonien an Serbien; aus Üsküb wird Skoplje (auf Serbisch) bzw. Skopje (auf Makedonisch). [Die Albaner sagen weiterhin "Shkup".]

1916
Gonxha besucht die Herz-Jesu-Schule in Skoplje.

1917
Nach dem Tode des Vaters verarmt die Familie.

1924
Eine jugoslawische Jesuiten-Mission, die nach Bengalen geht, beeindruckt Gonxha stark.

1928
September: Gonxha reist unter ihrem Taufnamen Agnes nach Rathfarman (Irland), um Mitglied des Loreto-Ordens zu werden, der in Bengalen missioniert.
November: Agnes reist als Novizin nach Kålkattā, der Hauptstadt Bengalens.

1929
Januar: Agnes wird nach Dārjiling versetzt, die ehemalige Sommerresidenz des britischen Vizekönigs; sie beginnt Englisch und Bengalisch zu lernen.

1931
März: Agnes legt ihre ersten Gelübde als Nonne ab und wählt in dieser Eigenschaft den Namen "Teresa" (nach der 1927 heilig gesprochenen Thérèse [Martin] von Lisieux).

1933
Schwester Teresa wird Lehrerin an der vom Loreto-Orden betriebenen St. Mary's School in Entally (einem Stadtteil von Kålkattā).

1937
Schwester Teresa wird Rektorin der St.-Teresa-Grundschule in Kålkattā.

1939
Mai: Schwester Teresa legt ihre endgültigen Gelübde als Nonne ab und heißt fortan "Mutter Teresa".
September: Durch die Kriegserklärung Großbritanniens und Frankreichs an das Deutsche Reich wird der Zweite Weltkrieg entfesselt, den die Briten in altbewährter Manier bis zum letzten Neger und bis zum letzten Inder führen.

1942-45
Infolge der brutalen Ausbeutung Indiens durch die britischen Kolonialherren ohne Rücksicht auf Verluste kommt es zu Hungersnöten, der alleine in Bengalen ca. 20 Millionen Menschen zum Opfer fallen.

1946
Februar: Als die Briten versuchen, den Offizieren des im Vorjahr bei einem mysteriösen Flugzugabsturz ums Leben gekommenen bengalischen Freiheitskämpfers Subhash Chandr Bosh den Prozeß als "Kriegsverbrecher" zu machen, kommt es in ganz Indien zu spontanen Streiks. Die Briten geben nach; aber der Haß der Inder - besonders der Bengalen - auf sie ist danach so groß, daß die Kolonie als solche praktisch nicht mehr zu halten ist.
August: In Kålkattā kommmt es zu schweren Ausschreitungen zwischen Hindus und Muslimen.
September: Mutter Teresa hört Stimmen, die ihr auftragen, das Loreto-Kloster zu verlassen und sich der Armenpflege zu widmen.

1947
15. August: Großbritannien entläßt Indien in die Unabhängigkeit. Unter bürgerkriegsähnlichen Unruhen, die in der Ermordung und/oder Vertreibung von mehr als 11 Millionen Menschen vor allem im Panjāb und in Bengalen gipfeln, konstituieren sich die neuen Staaten Pākistān, Bhārat, Nepāl, Barmā und Shrī Lankā; Kashmīr, der Panjāb und Bengalen werden geteilt. Bengalen, einstmals das reichste Land des indischen Subkontinents, sinkt zu einer der ärmsten Provinzen herab; die einstige Hauptstadt Kålkattā, die das Flüchtlingsproblem nie richtig in den Griff bekommt, wird zum Armenhaus.
Dezember: Mutter Teresa bittet den Loreto-Orden und den Papst um Exklaustrierung oder Säkularisierung.

1948
8. August: Mutter Teresa wird die Exklaustrierung gewährt. Damit wird sie vom Klosterdienst freigestellt, bleibt aber Angehörige des Ordens und somit finanziell abgesichert. Sie beginnt eine Ausbildung zur Krankenpflegerin in Bihār.

1950
7. Oktober: Die Kongregation zum "reinen Herzen [Nirmal Hriday]" (auf Deutsch: "Missionarinnen [später: Schwestern] der Nächstenliebe Christ") wird offiziell gegründet.
Mutter Teresa beginnt mit einer Schule und einer Ambulanz in Motijhil, einem Entally benachbarten Stadtteil Kålkattās.


1953
Dank eines großzügigen, zinslosen Kredits der Kirche in Höhe von 10.000 Pfund (damals 200.000 DM, nach heutiger Kaufkraft ca. 2 Mio Teuro) kann Mutter Teresa in großem Stil expandieren und die Anzahl ihrer Stationen nachhaltig steigern. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit verlagert sich zunehmend weg von Schulen und Krankenhäusern zu reinen Sterbehäusern, insbesondere für Leprakranke, eine Entwicklung, die in Indien allgemein mit Unverständnis verfolgt wird. Hindus empfinden besonders die Station direkt neben dem Haupttempel der Kali in Kålkattā als Provokation und werfen Mutter Teresa verdeckte Missionierung vor. Sie wird jedoch von Premierminister Nehrū protegiert; sie nimmt die indische Staatsangehörigkeit an unter dem Namen "Maria Teresa Bojaxhiu".

1959
Mutter Teresa eröffnet ihre erste Station außerhalb Kålkattās in Ranchi; es folgen weitere in Jhānsi, Āgrā, Gowa, Bãbai, Patnā, Dārjiling u.a. indischen Städten.

1962
Mutter Teresa wird der Padma-Shrī-Preis verliehen. Danach wird sie international bekannt und kann mit finanzieller Unterstützung vor allem aus der Schweiz (u.a. Migros) weltweit expandieren. Grundstücke und Gebäude bekommt sie für gewöhnlich geschenkt, ihre Helfer[innen] arbeiten weitgehend ehrenamtlich. Die Kritik am Sinn und Unsinn ihrer Tätigkeit nimmt zu.

[Nachäffer]

1965
Mutter Teresa eröffnet ihre erste Station außerhalb Indiens in Corocote. Venezuela wird zum Schwerpunkt ihrer Tätigkeit in Lateinamerika.

1968
Mutter Teresa eröffnet in Rom ihre erste Station in Europa.
Mutter Teresa lernt in London den Reporter Malcolm Muggeridge kennen, der sie mit einem Interview für den Sender BBC auch in England bekannt macht.

1969
Muggeridge dreht den wohlwollender Film "Something beautiful for God [Etwas Schönes für Gott]", der - zusammen mit dem gleichnamigen Buch - Mutter Teresa weltweit bekannt macht; ihr wird der Nehru-Preis für Völkerverständigung** verliehen.
Mutter Teresa eröffnet zwei Stationen in Australien - eine für Drogensüchtige, und eine nur für Aborigines.

1970er Jahre
Mutter Teresa eröffnet Stationen in London und New York City. Das britische Königshaus und die Familie Kennedy schanzen ihr hoch dotierte Preise zu, mit deren Hilfe sie weiter expandieren kann; bald gibt es knapp 500 Stationen in aller Welt, die sie intensiv bereist.
Gegen Mutter Teresa sprechen sich vor allem Frauenrechtlerinnen (u.a. die Britin Germaine Greer) aus, die ihr verübeln, daß sie gegen die Freigabe der Abtreibung ist.


1979
10. Dezember: Mutter Teresa wird in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen; danach kennt ihre weltweite Popularität keine Grenzen mehr - man nennt sie scherzhaft (?) "die mächtigste Frau der Welt". Insider berichten jedoch hinter vorgehaltener Hand, daß ihre famose Tätigkeit weniger dem Frieden als der Unterstützung diverser Kriege dient, so in Afrika, wo sich die kriegführenden Parteien ihrer Stationen dankend als Militär-Lazarette bedienen. Von der ursprünglichen Idee - Armenpflege in Indien, speziell in Bengalen - ist kaum noch etwas übrig geblieben. Dort ist ihr Ansehen auf dem Nullpunkt angelangt; man wirft ihr vor, Milliarden unnütz zu verplempern. Selbst die kommunistische Landesregierung Westbengalens - die sie zuvor als Gegengewicht gegen die indischen Religionen unterstützt hatte - wendet sich von ihr ab. Die Angestellten des Postamts von Kalighat unterschlagen Jahre lang Millionenbeträge an Spenden - was erst auffliegt, als sie auf einigen Blankoschecks die Unterschrift von Mutter Teresa allzu plump fälschen.


1985
Mutter Teresa erhält von US-Präsident Ronald Reagan die "Freiheitsmedaille", die vor ihr nur wenigen Frauen verliehen wurde - u.a. Marlene Dietrich (für ihre Beihilfe zur Befreiung Deutschlands vom National-Sozialismus) Doris Day (für ihre Verherrlichung der Befreiung Hiroshimas von den Japanern durch die Bomberpiloten der "Enola Gay" und der "Sentimental Journey") und Margaret Thatcher (für ihre Befreiung der MalvinasFalkland-Inseln von den Argentiniern).


1986
Juli: Mutter Teresa wird zum Staatsbesuch in Bonn am Rhein, der provisorischen Hauptstadt der BRD, empfangen.


1992
Der Anlagebetrüger Charles "Cheating" Keating, der tausende Kleinanleger um ihre Ersparnisse geprellt hat, um das Geld an Mutter Teresa weiter zu reichen, wird zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Eine Rückforderung scheitert jedoch, da Mutter Teresa das Geld längst ausgegeben hat und somit "entreichert" ist.
Die lobhudelnde, "autorisierte Biografie" Mutter Teresas von Nawin Chavla*** erscheint.


1994
Die Marxisten Tariq Ali und Christopher Hitchens drehen einen kritischen Film, in dem sie Mutter Teresa als "Hell's Angel [Engel der Hölle]" bezeichnen und ihr vorwerfen, sich mit "rechten Kapitalisten" eingelassen zu haben, wie "Papa Doc" Duvalier und Robert Maxwell. Kritik aus dieser Ecke finden auch ihre - angeblichen**** - Kontakte zu Politikern, die mit dem orthodoxen Moskauer Kommunismus gebrochen haben, wie Enver Hoxha und Nicolai Ceauşescu.
Kritiker aus der medizinischen Ecke bemängeln dagegen, daß Mutter Teresa den Armen nicht wirklich helfe - außer beim Sterben -, und daß das Geld besser in Ärzte und Krankenhäuser investiert würde.

1996
Kevin Conner dreht den Spielfilm "Mutter Teresa. Im Namen der Armen Gottes" mit Geraldine Chaplin - der Tochter des Hitler-Darstellers C. Chaplin - in der Titelrolle.


1997
5. September: Mutter Teresa stirbt in Kålkattā. Zur Trauerfeier erscheinen Staatsoberhäupter und Regierungschefs aus aller Welt, um ihre Menschenfreundlichkeit unter Beweis zu stellen. Zur Aufheiterung der Trauergemeinde entsendet die Bundesregierung den immer gut gelaunten RentenlügnerArbeitsminister Norbert Blüm ("Schweinchen Dick"), der mit Mutter Teresa vor allem die Körpergröße gemeinsam hat.
Hitchens veröffentlicht einen Nachruf in Buchform mit dem zweideutigen Titel "The Missionary Position"; darin wirft er Mutter Teresa u.a. vor, gegen die Scheidung und gegen die Abtreibung gewesen zu sein.*****

* * * * *

2002
Die indische Zeitschrift Outlook veranstaltet eine Leserumfrage nach den "größten Indern seit der Unabhängigkeit". Teresa landet auf Platz 1 (vor Nehru und dessen Tochter Indira Gandhi).
Fabrizio Costa dreht den Spielfilm "Mutter Teresa" mit Olivia Hussey in der Titelrolle.


2003
19. Oktober: Mutter Teresa wird von Papst Johannes Paul II selig gesprochen. Da dies "die schnellste Seligsprechung der Neuzeit" (nur sechs Jahre nach ihrem Tode) ist, nehmen voreilige Autoren sie unmittelbar danach schon ins "Heiligenlexikon" auf. (Johannes Paul II verstirbt jedoch selber, bevor er dieses Vorhaben in die Tat umsetzen kann und nimmt ihr den "Seligkeitsrekord" gleich wieder ab.)
Der in London lebende Arzt "Aroup Chatterjee" veröffentlicht das äußerst kritische Buch "Mother Teresa. The Final Verdict". Ob er damit in Anspruch nehmen darf, ein "abschließendes Urteil" über Mutter Teresa abgegeben zu haben, erscheint freilich zweifelhaft.******


2005
Oktober: Mutter Teresa wird eine weitere Ehrung zuteil: In Mexiko wird ihr Bild - zusammen mit den Bildern anderer verdienter Persönlichkeiten, wie George Bush, Adolf Hitler, Gāndhī, Saddām Ħusäin und Usāmā bin Lādin - verwendet, um die Autofahrer zu mehr Vorsicht im Straßenverkehr zu ermahnen.

2007
Im Bonner Stadtteil "Neu-Vilich" - dessen längste Straße nach einer anderen komischen Heiligen "Maria-Montessori-Allee" heißt - wird eine 50 m lange Sackgasse in "Mutter-Theresa-Straße" umbenannt.*******


*Um ihre genaue Abstammung - welche sie selber nie thematisiert hat - sind nach ihrem Tode heftige Auseinandersetzungen entbrannt. Die Rumänen behaupten, daß ihr Vater ein "Arumone [Angehöriger der rumänischen Minderheit in Makedonien]" gewesen sei; die Politiker in Skopje bezeichnen sie als "Tochter Makedoniens", die Politiker in Tiranë als "Albanerin" aus einem Clan der Ghegen. Mindermeinungen vertreten eine serbische oder italienische Abstammung.

**Der mit 2,5 Mio Rp. dotierte, auf Englisch als "Jawaharlal Nehru Award" bezeichnete Preis wurde erstmals 1965 an den barmesischen UNO-Generalsekretär U Thant verliehen. Mutter Teresa war die 5. Preisträgerin. In den folgenden Jahren wurde er - ähnlich wie der Friedens-Nobelpreis - weitgehend entwertet, da er an eine Reihe übler Politverbrecher u.a. Krimineller verliehen wurde wie Kaunda (1970), Tito (1971), Nyerere (1973), Mandela (1979), Palme (1985), Arafat (1988) und sogar an den Massenmörder Mugabe (1989) - was freilich Helmut Kohl nicht daran hinderte, den Preis im Folgejahr ebenfalls anzunehmen, ohne rot zu werden. [Es fehlen eigentlich nur Mao Tse-tung - dem der Preis 1966 von Martin Luther King "weg geschnappt" wurde - und Pol Pot. Mit einer Verleihung an Evo Morales und Hugo Chávez in nächster Zeit ist zu rechnen, nachdem 2006 bereits deren Freund und Förderer Lula da Silva ausgezeichnet wurde. Da der Preis gerne posthum verliehen wird, haben wohl auch Castro und Sihanouk noch Chancen.]

***Bezeichnend für die Art und Güte jenes Werkes ist, daß der Autor nicht mal seinen eigenen Namen richtig schreiben kann.

****Die Kontakte mit Hoxha werden von Teresas Anhängern bestritten. Richtig sei vielmehr, daß sie zu dessen Lebzeiten Einreiseverbot nach Albanien gehabt habe.

*****Hitchens bezog sich ganz konkret auf Äußerungen Mutter Teresas in Irland, mit denen sie sich freilich dort kaum Gehör verschaffen konnte. Eire ist heute der Staat mit der niedrigsten Geburtenrate in Europa; die Iren stehen zum ersten Mal in ihrer Geschichte - und ganz ohne Zutun der Engländer - vor dem Aussterben. Gewiß ein schweres Verbrechen, dem entgegen wirken zu wollen!

******Wieder jemand, der seinen eigenen Namen nicht richtig schreiben kann; das Buch ist - trotz einiger interessanter Fakten - unsachlich bis zur Bösartigkeit. So wird Teresa u.a. jede Schüssel Reis vorgerechnet, die sie nicht an die Armen verteilt habe und jeder Todkranke, den sie nicht bei sich aufgenommen habe - wobei letztere z.T. lediglich von agents provocateurs des Autors vorgetäuscht wurden.

*******Montessori gilt ihren Anhängern als Vorkämpferin gegen die Kinderarbeit. Tatsächlich ist das von ihr entdeckte "Montessori-Fänomen" bis heute Grundlage der Kinderarbeit in indischen Teppich-Knüpfereien. Der Schreibfehler liegt nicht bei Dikigoros, sondern bei den Trantüten im Bonner Stadtrat, die nicht wußten, wie man Mutter Teresa richtig schreibt (ohne "h" :-). Es sind die selben AnalfabetenStadträte, die kurz darauf eine 200 m entfernte Sackgasse von "Gorch-Fock-Straße" in "Gorch Fockstrasse" umbenennen. Bereits seit 1986 steht Mutter Teresa auch im "Goldenen Buch" der Stadt Bonn als "Mutter Theresa" verzeichnet, ebenso auf der dazu gehörenden Webseite.


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