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Norodom Sihanouk

(1922 - 200?)


Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1922
31. Oktober: Norodom Sihanouk* wird als Sohn des Marionetten-Königs von Kambodiyā, Norodom Suramarit, in Phnom Penh geboren.
(Kambodiyā ist damals Bestandteil der französischen Kolonie "Indochina".)

1928-32
Sihanouk besucht in Phnom Penh die französische François-Baudoin-Schule.

1932-41
Sihanouk besucht in Saigon das französische Chasseloup-Laubat-Lyzeum.

1941
April: Nach dem Tode seines Großvaters wird Sihanouk von Frankreich zum neuen Marionetten-König bestimmt.


September: Sihanouk wird zum König gekrönt. Frankreich räumt Japan militärische Stützpunkte in Indochina ein. Die USA treten durch die von Präsident Roosevelt erteilte Shoot-on-sight-Order in den Zweiten Weltkrieg ein.

1942-52
Sihanouk legt sich einen Harem aus sieben Haupt- und mehreren hundert Nebenfrauen zu. (Die genaue Zahl seiner Kinder ist nicht feststellbar; Sihanouk gilt als einer der größten Hurenböcke der Neuzeit - seinen Spitznamen "rammelndes Kaninchen" soll er selber geprägt haben.)

1945
März: Die Japaner entwaffnen die französischen Truppen und erklären Kambodiyā und Vietnam für unabhängig.
August: Nach der Kapitulation Japans kehren die französischen Kolonialherren zurück; sie verweigern Kombodiyā die volle Unabhängigkeit, räumen ihm lediglich eine beschränkte Selbstverwaltung ein.

1946-54
1. Indochina-Krieg.

1949
Kommunistische Truppen unter Mao Tse-tung erobern nach vier Jahren Bürgerkrieg ganz China und vertreiben die letzten "National-Chinesen" unter Tschiang Kai-shek nach Taiwan (Formosa).

1950-53
Koreakrieg.

1953
Mai: Sihanouk löst das Parlament auf, erklärt Kambodiyā für unabhängig und sich selbst zum Regierungchef. Als die Franzosen das nicht anerkennen, geht er ins Exil nach Thailand.
November: Unter dem Eindruck schwerer militärischer Rückschläge in Vietnam entläßt Frankreich Kambodiyā in die Unabhängigkeit; Sihanouk kehrt zurück.

1954
Frankreich gibt sein Kolonialreich in Indochina auf.

1955
März: Sihanouk dankt zugunsten seines Vaters (!) als König ab, wird Premierminister und reduziert seinen Harem auf zwei Hauptfrauen: Dewi Nara Lakshmi ("Norleak") und Monique Izzi ("Monineath").

1956-59
Sihanouk betreibt eine rigorose Verstaatlichungs-Politik. Sein "buddhistischer Sozialismus" wirft Kambodiyā wirtschaftlich auf vor-koloniales Niveau zurück.

1957-73
2. Indochina-("Vietnam"-)Krieg.

1960
Nach dem Tode seines Vaters wird Sihanouk Staatsoberhaupt mit dem Titel "Prince [Fürst]".

1963
Sihanouk läßt sich zum Staatsoberhaupt auf Lebenszeit wählen.

1965
März: Sihanouk räumt Rotchina und Nord-Vietnam Militärbasen im Osten Kambodiyās ein und bringt damit die USA gegen sich auf.


1966
Maos "Kultur-Revolution" zerstört die letzten Reste der alten chinesischen Kultur auf dem Festland.

1970
März: Sihanouk wird von der National-Versammlung abgesetzt, die General Lon Nol zu seinem Nachfolger macht.
Sihanouk geht ins Exil nach Peking.

1971
Die UNO erkennt die "Volksrepublik China" offiziell an und schließt Taiwan aus.

1972
Februar: US-Präsident Richard Nixon besucht Mao in Peking; auch die USA schwenken nun auf einen pro-maoistischen Kurs ein. Japan und andere "kapitalistische" Länder folgen bald darauf.**

1973
Januar: Die USA ziehen ihre Truppen aus Vietnam ab und geben Indochina verloren.

1975
April: Truppen der "Roten Khmer" unter dem Ex-Mönch Pol Pot erobern Phnom Penh. Sie machen Sianouk erneut zum Staatsoberhaupt. Die alte, buddhistisch geprägte Kultur Kambodiyāas wird ebenso ausgerottet wie die Chinas während der "Kultur-Revolution" und durch eine Art Steinzeit-Kommunismus ersetzt.


1976
April: Sihanouk wird von den "Roten Khmer" abgesetzt.
September: Mao Tse-tung stirbt.

1978
Dezember: Vietnamesische Truppen beginnen mit der Eroberung Kambodiyās.

1979
Januar: Die Vietnamesen erobern Phnom Penh. Sihanouk flieht erst nach Peking, dann nach Pjöngjang.
Während seines Exils knüpft er erneut Verbindungen zu den "Roten Khmer".

1989
Die Vietnamesen räumen Kambodiyā, wo sie ein Marionetten-Regime ("Volksrepublik Kampuchea [PRK]") unter Hun Sen zurück lassen.

1989-91
Auf einer Konferenz in Paris einigen sich die "Roten Khmer", die pro-vietnamesischen und die pro-chinesischen Kommunisten auf eine gemeinsame Regierung - unter Sihanouk.

1991
Sihanouk kehrt nach Kambodiyā zurück und wird erneut Staatsoberhaupt.

1993
Sihanouk nimmt erneut den Titel "König" an.

2004
Januar: Angesichts eines drohenden "Rote-Khmer-Tribunals" geht Sihanouk - der fürchtet, an Stelle des bereits 1998 gestorbenen Pol Pot zum Hauptangeklagten zu werden, wiewohl er angeblich nur als Zeuge vorgesehen ist - erneut ins Exil nach Rotchina.
Oktober: Sihanouk erklärt in Peking seine Abdankung als König. Da alle anderen potentiellen Nachfolger auf den wackeligen Thron verzichten, wird sein Sohn Sihamoni - ein gelernter Ballett-Tänzer, der den größten Teil seines Lebens in der Tschecho-Slowakei und Frankreich verbracht hat - zum neuen König ernannt.***


*Sihanouks offizieller Name als Herrscher ist wesentlich länger und bedeutet in etwa: "Der heilige, erbarmungswürdige Fürst Löwenzahn aus dem Hause Norodom"; er selber unterzeichnet aber in der Regel nur mit "N. Sihanouk".

**Dies nur als Hinweis für diejenigen, die Sihanouk - der sich gewiß in einer weitaus schwierigeren Lage befand - vorwerfen, ein gleiches getan zu haben.

***Unbestätigten - von Sihanouk selber in die Welt gesetzten - Gerüchten zufolge soll Sihamoni seit 2008 mit dem Gedanken spielen, zugunsten seines Vaters abzudanken; dieser würde dann zum dritten Mal König.

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