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Ronald Reagan

(1911 - 2004)

Tabellarischer Lebenslauf
zusammen gestellt von
Nikolas Dikigoros

1911
6. Februar: Ronald ("Dutch") Reagan wird in Tampico - einem 800-Seelen-Dorf in Illinois - als jüngstes von vier Kindern des Schuhverkäufers John ("Jack") Edward Reagan und seiner Ehefrau Nelle, geb. Wilson, geboren. Sein Vater ist irischer Katholik, seine Mutter anglo-schottische Baptistin.*
Die Familie Reagan zieht häufig um; Dutch wächst in Chicago, Galesburg, Monmouth und Tampico auf. Er leidet unter der weit verbreiteten Diskriminierung der Iren.**

1920
Familie Reagan zieht nach Dixon/Illinois um, wo Jack ein eigenes Schuhgeschäft eröffnet.

1924-28
Dutch besucht die Dixon High School, wo er sich vor allem dem Football-Spiel widmet.

1925-32
Während der Sommerferien jobbt Dutch als Bademeister und Rettungsschwimmer im Lowell-Vergnügungspark von Dixon.***

1928-32
Dutch besucht das College der "Disciples of Christ" in Eureka/Illinois. Im Hauptfach belegt er Wirtschaftswissenschaften. Er spielt im Football-Team des Colleges und tritt bei Theateraufführungen auf. Sein Studium finanziert er mit einem Stipendium, Kellnerjobs und als Trainer des College-Schwimmteams.


1932-37
Nach seinem College-Abschluß wird Dutch Sportreporter, zunächst bei WOC in Davenport, dann bei WHO in Des Moines - einem der größten Sender der Mittleren Westens.****
Während seiner Zeit in Des Moines absolviert Dutch - der ein großer Pferdefreund ist - auch eine Ausbildung zum Reserve-Offizier beim 14. Kavallerie-Regiment.

1935-37
Dutch begleitet die Baseball-Mannschaft der "Chicago Cubs" in ihr frühjährliches Trainingscamp in Catalina (Californien).
Dabei knüpft er erste Kontakte nach Hollywood.

1937
Reagan erhält einen 7-Jahresvertrag bei Warner Brothers in Hollywood. Als Schauspieler nimmt er - obwohl als Reporter "Dutch Reagan" bereits landesweit bekannt - wieder den Namen "Ronald Reagan" an. In den nächsten 27 Jahren spielt er in insgesamt 53 Filmen mit (seine erste Rolle 1937 in "Love is in the Air", seine letzte 1964 in "The Killers"), allerdings - mit Ausnahme von "Knute Rockne - All American" [als Footballstar George Gipp], "Santa Fé Trail" [als George Armstrong Custer] (beide 1940) und "King's Row" (1942) - nur in B-Filmen und/oder in Nebenrollen. Immerhin reicht seine Popularität aus, um sich ein Zubrot mit Tabakwerbung zu verdienen.*****


1940
Reagan heiratet die Schauspielerin Jane, geb. Wyman. Aus der Ehe - die 1948 geschieden wird - gehen ein Sohn und eine Tochter hervor.

1942-45
Während des Zweiten Weltkriegs dreht Reagan Trainingsfilme für die Air Force, der er formell angehört - zuletzt im Range eines Captain (Hauptmann) d.R.******

1945
Reagan kauft sich im Tal von San Fernando eine Ranch und beginnt, nebenbei Pferde zu züchten.

1947-52
Reagan leitet in der schwierigen McCarthy-Ära die kleine konservative Schauspieler-Gewerkschaft "Screen Actors' Guild", die sich gegen die Monopolisierung Hollywoods durch Kommunisten und Juden wendet, was ihn bei der Mehrheit seiner Kollegen nicht beliebter macht******* und den Grundstein legt für den abgrundtiefen Haß, den ihm die überwiegend linken und jüdischen Medien auch später als US-Präsident entgegen bringen.

1949
Bei Dreharbeiten in England lernt Reagan das kennen, was der Schriftsteller George Orwell "BritSoc" nannte: den britischen Sozialismus à la "Labour Party".
Reagan beginnt, am Sinn des "Welfare State [Wohlfahrtsstaat]" - wie ihn seine Partei, die "Democrates", auch in den USA einführen wollen - zu zweifeln.

1952
März: Reagan heiratet in San Fernando die Schauspielerin Anne Frances ("Nancy") Davis, geb. Robbins, die er über Mervyn LeRoy - den Regisseur von Quo Vadis - kennen gelernt hatte. Auch aus dieser Ehe gehen ein Sohn und eine Tochter hervor.

1953-1962
Neben seiner Karriere als Schauspieler tritt Reagan auch in dem neuen Medium Fernsehen auf. Er moderiert zunächst die "Orchid Awards", dann (ab 1954) die beliebte Sonntagabendshow "G.[eneral] E.[lectric] Theater" und arbeitet schließlich auch als Firmenprecher für General Electric.

1960
Reagan unterstützt im Präsidentschaftswahlkampf als Redner den Kandidaten der "Republicans", Richard Nixon, obwohl er formell noch Mitglied der "Democrates" und ein persönlicher Bekannter von Joseph Kennedy ist, dem Vater des irisch-stämmigen Gegenkandidaten John Kennedy, der gleichwohl obsiegt.

1962
Reagan verläßt die "Democrates" und wird nun auch offiziell Mitglied der "Republicans". Als sein politisches Vorbild bezeichnet er jetzt Thomas Jefferson (1743-1826), dessen Ideale er im modernen Amerika verwässert sieht.******** Das Wuchern der Bürokratie, die Verstaatlichung von Eisenbahnen und Banken sowie hohe Steuern ("Big Government") betrachtet er als "verkappte Form des Sozialismus". Er tritt für eine größere Autonomie der Bundesstaaten und Gemeinden ein.


1964
Reagan beendet seine Filmkarriere, nachdem "The Killers" an den Kinokassen zum Flop geworden ist, und steigt ganz aufs Fernsehen um; er moderiert zwei Jahre lang die Serie "Death Valley Days".
Im Präsidentschaftswahlkampf wird Reagan stellvertretender Wahlkampfleiter des republikanischen Kandidaten Barry Goldwater, der - von "Liberalen" und Anti-Semiten der eigenen Partei im Stich gelassen - Kennedys Nachfolger Lyndon Johnson unterliegt, dessen Programm einer "Greater Society" in Reagans Augen den Inbegriff staatlicher Verschwendungssucht und Ausbeutung der Privaten durch den Fiskus darstellt.

1966
Januar: Reagan kandidiert für die Wahl zum Gouverneur von Kalifornien. Im Wahlkampf wirft man ihm vor, keinen "anständigen" Beruf erlernt zu haben (sein Gegenkandidat Pat Brown argumentiert wiederholt damit, daß Abraham Lincoln von einem Schauspieler ermordet wurde) und nichts von Politik zu verstehen, sondern bloß ein paar auswendig gelernte Wahlkampfreden aufzusagen wie eine Rolle im Theater. Er kontert mit der Feststellung, daß die meisten Berufspolitiker überhaupt keinen Beruf erlernt haben, und daß er - im Gegensatz zu diesen - seine Reden selber schreibe.
November: Nach seinem Wahlsieg besetzt Reagan alle Führungspositionen in der Regierung statt mit Parteibuchbeamten mit Fachleuten aus der Privatwirtschaft. Er übernimmt Kalifornien als den Bundesstaat mit den höchsten Steuersätzen, der höchsten Kriminalitätsrate, der höchsten öffentlichen Verschuldung und dem höchsten Prozentsatz an Sozialhilfeempfängern in den USA; die staatlichen Schulen und Hochschulen werden bereits von den später als "68er" bezeichneten "links-liberalen" Chaoten beherrscht, der Lehrbetrieb ist weitgehend lahm gelegt.

1968
Reagan bewirbt sich als Präsidentschafts-Kandidat der "Republicans"; er scheitert jedoch im Vorwahlkampf deutlich an Nixon.

1970
Reagan wird als Gouverneur von Kalifornien wiedergewählt.

1974
Reagan lehnt es ab, für eine dritte Amtszeit als Gouverneur von Kalifornien zu kandidieren. Er hat den Staatshaushalt saniert und den Bundesstaat zur siebtgrößten Wirtschaftsmacht der Welt gemacht; den Aufstand der "68er" hat er mit Hilfe der Nationalgarde nieder geschlagen und die Zahl der Sozialhilfe-Empfänger halbiert.

1975
Reagan kauft sich eine Farm bei Santa Barbara und beginnt wieder Pferde zu züchten.

1976
Reagan bewirbt sich zum zweiten Mal als Präsidentschafts-Kandidat der "Republicans". Er scheitert erneut - diesmal nur knapp - am amtierenden Präsidenten Gerald Ford, der anschließend überraschend dem Gouverneur von Georgia, Jimmy Carter, unterliegt, der als US-Präsident in den folgenden vier Jahren völlig versagt; daher ist jedem klar, daß der nächste Kandidat der "Republicans" Präsident werden wird. (Reagan bilanziert, daß sich seit Johnsons Amtsantritt das Budget der Bundesregierung verfünffacht hat, während sich das Haushaltsdefizit verdreiundfünfzigfacht hat; das Geld sei überwiegend nicht der propagierten Bekämpfung der Armut zugute gekommen, sondern in der immer mehr aufgeblähten Verwaltung der Zentralregierung versickert.)

1980
Reagan bewirbt sich zum dritten Mal als Präsidentschafts-Kandidat der "Republicans". Diesmal siegt er knapp gegen George Bush, den er zu seinem Kandidaten für die Vizepräsidentschaft macht. Gemeinsam schlagen sie den völlig diskreditierten Carter mit überwältigender Mehrheit. Reagans Wahlsieg erzeugt eine Aufbruchstimmung, wie sie die USA seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben.


1981
Januar: Reagan wird als 40. - und bis dahin ältester - Präsident der USA vereidigt.


30. März: Reagan wird von einem geisteskranken Attentäter schwer verletzt.
Innenpolitisch setzt Reagan - auch mit Unterstützung von Congress-Abgeordneten der "Democrates" - ein neues Wirtschaftsprogramm ("Reaganomics") durch: Steuersenkungen, Beschneidung der ausufernden Sozialleistungen, Abbau von Hindernissen für die Industrie und Ausbau der Rüstung. Infolgedessen erholt sich die unter Carter ruinierte Wirtschaft, die Arbeitslosenrate sinkt ebenso wie die Inflationrate (von 13,4% 1980 auf 4% 1988); allerdings steigt durch die hohen Militärausgaben das Haushaltsdefizit.
Außenpolitisch tritt Reagan als Hardliner im Ost-West-Konflikt auf, um den Einfluß der Sowjetunion, die er als "das Reich des Bösen" bezeichnet, einzudämmen. Dazu dient ihm auch eine neue Runde des Rüstungswettlaufs, dessen immense Kosten maßgeblich zum Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa beitragen.

1983
Reagan läßt die Karibik-Insel Grenada von US-Truppen besetzen, um die Errichtung eines kubanisch-sowjetischen Stützpunktes zu verhindern.
Reagan schlägt eine Strategic Defense Initiative (SDI) vor, um die USA durch ein weltraumgestütztes Raketenabwehrsystem gegen feindliche Atomraketen zu schützen. (Das Projekt wird nicht realisiert, aber später von seinem Nachfolger George W. Bush wieder aufgegriffen.)

1984
Reagan siegt bei der Präsidentschaftswahl deutlich gegen Walter Mondale, den Kandidaten der "Democrates".

1985/86
Reagan führt Abrüstungsverhandlungen (START) mit dem sowjetschen Generalsekretär Michail Gorbatschëw, der für ihn ein Mann guten Willens, aber sehr beschränkten Horizonts ist, der nicht aus seiner kommunistischen Haut heraus kann.

1986
April: Bei einem vom libyschen Geheimdienst verübten Anschlag auf die Berliner Diskothek La Belle werden zwei US-Soldaten getötet und mehr als 200 Menschen verletzt. Reagan läßt daraufhin die USAAF Bombenangriffe auf die libysche Hauptstadt Tripolis fliegen - die indes den "Revolutionsführer" Gaddafi verfehlen.
Oktober: Der Verkauf von Panzerabwehrraketen an den Iran - über Israel, das versucht, seine traditionell guten Beziehungen zum Land des Shah-in-Shah auch unter dem Ayatullah-Regime aufrecht zu erhalten - und die anschließende Verwendung der Erlöse für die Unterstützung der demokratischen Gegner ("Contras") der kommunistischen "Sandinisten" in Nicaragua wird von linken Medien in aller Welt unter dem Schlagwort "Iran-Contra-Affäre" zum "größten Skandal der Reagan-Ära" hoch gekocht.*********


Viel weniger Schlagzeilen macht die - ungleich fragwürdigere - militärische Unterstützung sowohl des irakischen Diktators Saddām Husäin als auch der muslimischen Mujaheddin in Afģānistān.

1987
Reagan und Gorbatschëw unterzeichnen den Vertrag zur Abschaffung der amerikanischen und sowjetischen Mittelstreckenraketen in Europa.
12. Juli: Bei einem Besuch am Brandenburger Tor fordert Reagan Gorbatschëw medienwirksam auf: "Kommen Sie zu diesem Tor! Öffnen Sie dieses Tor! Herr Gorbatschëw, reißen Sie diese Mauer nieder!"

1988
November: Am Ende seiner zweiten Amtszeit empfiehlt Reagan seinen Vizepräsidenten, George Bush Senior, als Nachfolger, der daraufhin zum 41. Präsidenten der USA gewählt wird.

1990
Reagan veröffentlicht seine Memoiren unter dem Titel "An American Life [Ein amerikanisches Leben]".


1991
Gründung der gemeinnützigen "Ronald Reagan Presidential Foundation", die u.a. eine Bibliothek und ein Museum im kalifornischen Simi-Valley unterhält.

1994
Reagan erkrankt an Alzheimer (Gedächtnisverlust).

2004
5. Juni: Ronald Reagan stirbt in Bel Air/Kalifornien an Lungenentzündung. Sein politisches Vermächtnis - und das Jeffersons - bleibt aktuell.



2005
Der US-Sender Discovery Channel veranstaltet eine Wahl zum "größten Amerikaner" aller Zeiten. Reagan landet auf Platz 1, vor Abraham Lincoln, George Washington und Benjamin Franklin.

2007-2009
Reagans Tagebücher werden veröffentlicht, zunächst in einer von Douglas Brinkley "bearbeiteten" Fassung, dann als - angeblich - ungekürztes Original.


*Nelle Reagan gehört der Gemeinde der "Disciples of Christ" an, der auch ihr jüngster Sohn mit 12 Jahren beitritt.

**In den USA sind damals Schilder mit der Aufschrift "Für Hunde und Iren verboten" beliebt.

***Reagan behauptet, daß er während dieser Zeit 77 Menschen vor dem Ertrinken gerettet habe.

****Reagan kann durchaus als "Starreporter" bezeichnet werden. Er verdient - mitten in der Depression - pro Woche 75 US-$ (was einer Kaufkraft von ca. 3.000 Euro nach der Währungsreform von 2002 entspricht).

*****Reagan selber betrachtete auch "The Voice of the Turtle", "John Loves Mary", "The Hasty Heart" und "The Winning Team" - in dem er die Rolle des Baseballstars Grover Cleveland Alexander spielte - als A-Filme. Wie dem auch sei, Reagan wurde als Schauspieler nicht reich, obwohl er recht ordentlich verdiente (anfangs fast dreimal, später fast fünfmal so viel wie als Sportreporter - allerdings verlor der US-$ im Laufe der Roosevelt-Ära über 50% seiner Kaufkraft, und der Spitzensteuersatz stieg bis auf 94%). Reagan mußte fast pausenlos für ein Pauschalgehalt drehen - meist spielte er den "rasenden Reporter" und Hobby-Detektiv, obwohl er viel lieber öfter den Cowboy gegeben hätte, wie in "The Last Outpost" und "Cattle Queen of Montana" -, d.h. anders als die großen Stars der Leinwand konnte er nicht von Film zu Film sein Honorar frei aushandeln; deshalb kamen ihm - der während der Depression auch seine arbeitslosen Eltern und Geschwister unterstützen mußte - die zusätzlichen Werbeeinnahmen nur recht. Später behauptete er, daß er in Anbetracht des abschreckenden Beispiels seines Vaters - der als Kettenraucher und Alkoholiker früh starb - selber weder geraucht noch getrunken habe. Als er später seinen Pauschalvertrag nicht verlängert und versucht, als "freier" Schauspieler zu reüssieren, bekommt er kaum noch Rollen.

******Reagan zählt nicht zu den privilegierten "großen" Schauspielern und Sportlern, die meist im Range eines Majors eingestellt werden - bekannte Regisseure mindestens als Colonel.

*******Ein richtig gutes kollegiales Verhältnis scheint Reagan nur zu solchen Schauspieler[inne]en gehabt zu haben, die wie er irischer Abstammung waren, wie Errol Flynn, James Cagney, Pat O'Brien und Olivia de Havilland. Als "Agenten" hatte Reagan jedoch einen Juden, Lew Wassermann. Reagan verließ die S.A.G. 1960.

********Vor dem Krieg war Reagans politisches Vorbild Roosevelt gewesen. Während seiner Präsidentschaft hing ein Bild von Churchill in seinem Amtszimmer im Weißen Haus.

*********Reagan behauptet später - wenig glaubhaft -, er habe auf Informationen des israelischen Geheimdienstes vertraut, wonach das iranische Militär die Waffen benötige, um das Ayatullah-Regime zu stürzen.


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