![]() |
![]() |












*Die zeitgenössischen Quellen ergeben freilich ein anderes Bild: Dänemark hatte 1611 Schweden überfallen, um ihm Lappland und die Provinz Kalmar (daher "Kalmarkrieg") abzunehmen. Es führte diesen Krieg hauptsächlich mit 18.000 britischen und französischen SöldnernLandsknechten. (König Jacob [heute meist "James" genannt] von England und Schottland war mit einer Schwester des dänischen Königs verheiratet.) Schweden versuchte seinerseits, Truppen in Schottland anzuwerben, brachte jedoch nur gut 300 Mann zusammen - zwei Kompagnien, von denen Hauptmann Sinclair eine befehligte. Durch einen logistischen Fehler hatten sie ihr Versorgungsschiff verpaßt und kamen daher praktisch unbewaffnet an der norwegischen Küste an. Sie zogen - ohne irgend jemandem ein Haar zu krümmen - durch das Gudbrandstal gen Schweden. Am 26. August 1612 wurden sie bei Kringen von einer ca. 900 Mann starken norwegischen Bauernmiliz gestellt und größtenteils abgeschlachtet. Der Rest - 134 Mann - wurde gefangen genommen und ins benachbarte Kvam gebracht. Dort wurden 116 Gefangene am folgenden Tag zu Tode gefoltert; von den 18 Überlebenden wurden die Mannschaftsdienstgrade ins dänische Heer übernommen, die Offiziere nach Schottland ausgeliefert, wo sie wegen "Hochverrats" angeklagt, verurteilt und hingerichtet wurden. Später bemächtigte sich die Legende jener Ereignisse, bis am Ende das Märchen heraus kam, das seit den 300-Jahr-Feiern von 1912 offiziell verbreitet wird, an dem nur eines richtig ist, nämlich daß Dänemark (zu dem Norwegen damals gehörte) den "Kalmarer Krieg" gegen Schweden gewann - wozu die Ereignisse in Kringen und Kvam freilich nicht das geringste beitrugen. Aber der Sieger schreibt die Geschichte.
**Das spricht sich "Uslu". Die Stadt war 1624 bei einer Feuersbrunst vollständig zerstört worden. König Christian IV von Dänemark ließ sie wieder aufbauen; sie trug danach 300 Jahre lang seinen Namen.
***Eine stichhaltige Rechtfertigung dafür ist schwerlich zu finden. Zwar bezeichnet Quisling den Bolschewismus als "einen der düstersten Vorgänge in der menschlichen Geschichte" und als "ein Verbrechen, das größer ist als je eines, dessen sich Kapitalisten und Imperialisten geschuldig gemacht hätten"; aber diese Auffassung wird mittlerweile sogar von den meisten russischen Historikern geteilt; und selbst seine Definition des marxistischen Wirtschaftssystems als "die übelste Form von Kapitalismus, nämlich Staats[monopol]kapitalismus", geht anderswo unbeanstandet durch die Zensur. Überdies verschweigt Quisling nicht, daß andere Ideologien, wie das mittelalterliche Christentum und der Islam, um nichts besser waren bzw. sind als der Bolschewismus. Zwei weitere übliche Anklagepunkte gegen "rechte" Schriften - "Rassismus" und "Militarismus" - greifen hier nicht: Quisling macht klar, daß er nichts gegen das russische Volk - das er als "nordisch" bezeichnet - habe, dessen Mehrheit lediglich von einer bolschewistischen Minderheit unterdrückt werde; und obwohl er erwähnt, daß viele Russen auch einen auswärtigen Angreifer begrüßen würden, der sie vom Kommunismus befreite, warnt er doch davor, dies zu versuchen, weil damit das Gegenteil bewirkt würde, nämlich ein Schulterschluß der SU-Völker mit ihrem Regime; er setzt statt dessen darauf, daß der Kommunismus eines Tages durch Reformen von innen beseitigt werden könne. Zwei andere Gründe für das fortdauernde Verbot - die freilich nicht offiziell eingeräumt werden können - sind allerdings denkbar: Zum einen enthält das Buch Fotografien von Opfern sowjetischer Straflager, die später auf Veranstaltungen wie der
Wehrmachtsausstellung
zur Verleumdung deutscher Truppen mißbraucht wurden, indem sie als "Opfer deutscher Konzentrationslager" ausgegeben wurden; diese Lügen würden durch Quislings Buch aufs peinlichste widerlegt. Zum anderen schildert Quisling unter den "Errungenschaften" des Sowjetsystems und seinen Folgen auch solche, die man bei genauerem Hinsehen in den heutigen "Demokratien" zumindest ansatzweise wieder findet, insbesondere unter "sozialistischen" und "sozial-demokratischen" Regierungen, die Quislang allesamt als marxistisch entlarvtansieht.
****Ernsthaft verwundern kann das angesichts der doch recht skurrilen Zusammensetzung seines Kabinetts niemanden: Quisling ernennt z.B. den Opernsänger Hagelin zum Handelsminister, den Architekten Hustad zum Landwirtschaftsminister, den Berufsoffizier Prytz zum Finanzminister und den Chemiker Lunde zum Sozialminister. Zu einer Zeit, als die Staaten noch nicht vollständig zur Beute der politischen Parteien geworden waren und es noch nicht ausschließlich auf das richtige Parteibuch, sondern auch auf etwas Sachverstand ankam, fielen solche offensichtlichen Fehlgriffe bei der Vergabe von Regierungsämtern besonders unangenehm auf. Angeblich handelte Quisling bei dieser ersten "Regierungsbildung" nicht aus eigenem Antrieb, sondern nach entsprechender Aufforderung durch die deutsche Botschaft - auf dieser Annahme beruhte jedenfalls seine Verurteilung wegen "Hochverrats" 1945. Glaubhaft ist das kaum, da die deutsche Regierung damals noch versuchte, sich mit dem norwegischen König Haakon zu einigen - ähnlich wie mit dessen älterem Bruder Christian von Dänemark, der die Präsenz deutscher Truppen im Lande als Schutz gegen britische Angriffe akzeptierte. (Der Überfall der britischen Flotte unter Nelson auf Kopenhagen war den Dänen noch gut in Erinnerung.)
*****Man fragt sich, was wohl geschehen wäre, wenn es Großbritannien und Frankreich 1989 nach 50 Jahren erneut geglückt wäre, einen Krieg gegen Deutschland vom Zaun zu brechen, wie Margaret Thatcher und François Mitterrand dies ganz offen forderten - damit allerdings in den USA und der Sowjet-Union auf Granit bissen. Womöglich wäre dann Helmut Kohl von den britischen Medien als neuer "Menschheitsverbrecher" aufgebaut worden (Thatcher hatte ihn bereits "schlimmer als Hitler" genannt), und Hitler wäre wie Sinclair alias "Sinkler" ins zweite Glied zurück getreten und schließlich mehr oder weniger vergessen worden.
******Die Flucht über Skandinavien war im Mai 1945 praktisch die einzig noch verbliebene Möglichkeit, sich der politischen Verfolgung durch die alliierten Siegermächte einstweilen zu entziehen. Über Norwegen entkam u.a. Léon Degrelle.
*******Die heute weit verbreitete Behauptung, Marija Quisling sei "unmittelbar nach ihrer Verhaftung wieder frei gelassen worden", ist irreführend: Zwar stellte ein Gericht zunächst fest, daß kein Haftgrund vorlag und verfügte ihre Freilassung; auf einen "Protest" der Polizei - nicht etwa einen Einspruch der Staatsanwaltschaft - hin änderten die Richter ihre Meinung jedoch wieder und steckten sie erneut in "Untersuchungshaft". Da ihre Ehe mit Quisling - anders als die Mitgliedschaft in seiner Partei - nicht rückwirkend zum Verbrechen erklärt werden konnte, wurde sie wegen "Zusammenarbeit mit den Deutschen" angeklagt und 1947 verurteilt. Wegen des zweiten Anklagepunktes, Bereicherung auf Kosten der Staatskasse - etwas, das bei Politikern und ihrem Anhang bekanntlich sonst nie vorkam und vorkommt -, wurde sie zwar mangels Beweises frei gesprochen; selbstverständlich wurde ihr Vermögen dennoch eingezogen.
********Ca. 90.000 "Nazi-Kollaborateure" wurden in Pseudo-Prozessen angeklagt, über 46.000 verurteilt, davon über 23.000 zu Gefängnis oder Zuchthaus. Als besonders schweres Verbrechen galt die "Rassenschande" mit einem Deutschen, die der Täterin ("Tysketöser" geschimpft)
in der Regel mehrere Jahre Zuchthaus und Aberkennung aller politischen Rechte auf Lebenszeit eintrug; die Kinder aus solchen Verbindungen durften keine Schulen besuchen, sondern wurden in besondere Anstalten gesperrt, wo sie durch schwere Mißhandlungen zu körperlichen und geistigen Krüppeln gemacht wurden, wenn sie nicht als Sklaven"Pflegekinder" an Bonzen des neuen Regimesgute Demokraten verkauftvermittelt wurden, die an ihnen ihre perversen Gelüste befriedigenbewährten Erziehungsmethoden erproben konnten. Die "Épuration" in Frankreich forderte zwar in absoluten Zahlen weit mehr Opfer, jedoch waren dies "nur" ca. 2,5% der Bevölkerung; in Norwegen lag der Prozentsatz fast doppelt so hoch. Die Verfolgungen in Osteuropa betrafen überwiegend Minderheiten, vor allem Deutsche, und sind daher kaum zu vergleichen.
*********Das Museum wird vom Zentralrat der Juden in Norwegen betrieben. Die Kosten - ca. 40 Mio Kronen - wurden aus den 450 Mio Kronen Steuergeldern bestritten, die das norwegische Parlament diesem im März 1999 als "Wiedergutmachung" für angeblich 700 jüdische Opfer der Quisling-Regierung gezahlt hat.
**********Dabei ging es insbesondere um die Brigade Dirlewanger und deren "Greueltaten". Tatsächlich diente kein einziger Norweger freiwillig in jener Einheit, die überwiegend aus Weißrussen bestand; für deren Übergriffe wurde Dirlewanger - der an keiner einzigen davon persönlich beteiligt war, aber pauschal verantwortlich gemacht wurde - von einem Standgericht der Wehrmacht unmittelbar danach erschossen.
zurück zu Politiker des 20. Jahrhunderts
heim zu Reisen durch die Vergangenheit