Hamburg - "Call me on my handy". Peinlich, peinlich. Für den
Geschäftspartner in London oder New York ist der Ausdruck "Handy" (Mobile oder
Cellular Phone) genauso missverständlich wie "Provision" (Commission). Wer heute
eine internationale Karriere anstrebt, kann sich solche Blamagen kaum mehr
leisten.
Obwohl uns Anglizismen wie "Benchmarking", "Cash Cow", "Performance" oder
"Blue Chip" so locker über die Lippen gehen und wir meinen, dass sich vieles auf
Englisch besser ausdrücken lässt, gibt es tückische Stolperfallen. Sogar für
versierte Geschäftleute sind die zahlreichen Ausdrücke im britischen und
amerikanischen Englisch, die zwar ähnlich aussehen oder klingen, aber eine
völlig andere Bedeutung haben, ein Handicap. Unbewusst greift man nach dem
Nächstliegenden. Die Wahrscheinlichkeit, in ein Fettnäpfchen zu treten, ist groß.
"I am an undertaker from Hamburg." Nicht gerade ein gelungener Konversationseinstieg, um
sich seinem japanischen Sitznachbarn in der Business Class vorzustellen. Es sei denn, Sie
arbeiten wirklich für ein "Bestattungsinstitut". Dem deutschen "Unternehmer" entspräche eher
der "Entrepreneur" oder für Selbstständige auch "I am self-employed". Noch besser wäre es aber,
die genaue Branche anzugeben. Zum Beispiel: "I am in IT" (Information Technology).
Ergibt sich auf Messen oder Kongressen ein interessantes Gespräch, werden die Visitenkarten
ausgetauscht. Hier dürfte es speziell im Umgang mit Amerikanern peinlich werden, wenn deutsche
Geschäftsführer oder Vorstandsmitglieder zusätzlich zu ihrem Titel "Procurer" angeben. Im
amerikanischen Englisch bedeutet dies nicht "Prokurist", sondern pikanterweise eben auch
"Zuhälter".
Zu den Top Ten der so genannten "Falschen Freunde" gehört nach wie vor der "Chef" (Koch)
anstatt "Boss". Und so blamiert man sich leicht mit Bemerkungen wie "I have a date with my
chef". Sind Sie hingegen selbst der "Chef", etwa der Personalabteilung, so sagen Sie "I am
a Human Resources Director". Auch "Manager" ist nicht unproblematisch, da dies im Unternehmen
soviel wie "Leitender Angestellter" bedeutet. Eine Floskel wie "Let's go into my bureau"
wirkt nicht gerade professionell, wenn Sie Kunden oder Kollegen in Ihr Büro einladen wollen.
Unter "Bureau" versteht der englischsprachige Besucher nämlich einen "Schreibtisch". Sie
meinten aber vielmehr das "Office". Übrigens wäre das Bürogebäude dann ein "Office Building",
während "House" sich immer nur auf Privates bezieht.
Ebenso verfehlt ist es, bei internationalen Besprechungen in die Runde zu fragen "Who will
take the protocol?". Profis wissen, das Protokoll einer Sitzung ist im Englischen "Minutes".
Und auch nicht jedes lockere Abteilungstreffen ist gleich ein formales "Meeting".
Wenn Sie am Ende einer Unternehmenskonferenz einen neuen Termin mit Ihren
Gesprächspartnern vereinbaren wollen und bereits Ihren Terminplaner gezückt
haben, bedenken Sie, im Angelsächsischen ist das ein "Diary" und nicht der
"Calendar" (Wandkalender). Also "Let me check my diary".
Eine weitere Falle: Sie wollen beim Small Talk mit Ihrer Meinung über eine
"Fusion" von zwei Global Playern brillieren, meinen aber damit einen "Merger".
So wundert sich Ihr Gesprächspartner, warum Sie plötzlich über "Atomspaltung" in
der Kernphysik reden.
Unangenehme Folgen könnte es nach sich ziehen, wenn bei Preisverhandlungen
oder Budgetplanungen Milliarden und Billionen in einen Topf geworfen werden.
Eine "Billion Deutschmarks" für eine Werbekampagne zum Beispiel sind eine
"Milliarde" und keine "Billion".
Die Autorin betreut die Pressearbeit beim Sprachschulunternehmen Inlingua.
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