















*Es herrscht Einigkeit, daß weder der erste noch der zweite Ehemann ihrer Mutter Normas Vater war; die meisten Biografen halten einen Arbeitskollegen ihrer Mutter, C. Stanley Gifford, für den leiblichen Vater. Einige Biografen behaupten, daß Normas Großvater mütterlicherseits mit dem Ex-US-Präsidenten Monroe - Erfinder der nach ihm benannten Doktrin - verwandt war.
**Entgegen einigen Biografen war ihre Mutter nicht einfach "Cutterin"; sie machte vielmehr die Schlußredaktion der geschnittenen Filmstreifen, hatte also eine etwas höhere Position. Dennoch gibt es keine Anhaltspunkte dafür, daß sie die spätere Karriere ihre Tochter beim Film irgendwie gefördert hätte.
***Aus der Rückschau fragt man sich, wie es gelingen konnte, eine Marilyn Monroe zum "Star" zu machen. Wenn man allein auf ihre optischen Reize abstellt wird man darauf schwerlich eine Antwort finden, denn sie hatte weder ein besonders hübsches Gesicht (sie verbarg es hinter einer Maske aus zu blond gefärbtem Haar, zu weißem Puder, zu rotem Lippenstift und zu schwarzer Augenschminke) noch eine besonders attraktive Figur (sie hatte einen mittelgroßen Hängebusen und Speckröllchen am Bauch) noch war sie besonders sexy (alle ihre Filme waren aus heutiger Sicht "jugendfrei"). Aber man darf nicht vergessen, daß auch die Akustik wesentlicher Bestandteil eines jeden Films ist - was heute nicht mehr so stark auffällt, da sie sich meist auf Hintergrundmusik beschränkt. Damals wurden jedoch noch regelrechte Gesangseinlagen in die Handlung eingeschoben, wie in der Operette (und in asiatischen Filmen nach wie vor); Marilyn hatte eine "samtene" Stimme, die sowohl beim Sprechen als auch beim Singen sehr erotisch wirkte; wer ihre Filme nur in synchronisierten Fassungen kennt vermag das kaum nachzuvollziehen. (Selbst Frau Dikigoros, nach deren kritischem Geschmack M.M. "keine einzige wirklich gute Filmrolle gespielt" hat, besitzt alle ihre Plattenaufnahmen.) Insofern ist M.M. vergleichbar mit ihrer Altersgenossin Doris Kappelhoff ("Doris Day"), die optisch allenfalls zur "braven Hausfrau von nebenan" taugte, aber ebenfalls eine sehr schöne Stimme hatte, mit deren Hilfe sie zum Filmstar wurde.
****Man findet zwar heute auch von früheren Filmen Bilder, auf denen Marilyn namentlich genannt oder sogar abgebildet ist; aber das sind spätere Anfertigungen aus einer Zeit, als sie im Rückblick der größte Star jener Streifen war. Das gilt besonders für "Love Happy", den letzten Film der "Marx Bros.", auf dessen oben abgebildetem Original-Plakat sie überhaupt nicht auftaucht - im Gegensatz zu Ilona Massey, Vera Allen und Marion Hutton, die heute allesamt vergessen sind.

*****Eine Verwechslung, die nicht nur äußerlich verwundert, denn J.R. war längst ein Star, M.M. noch immer nicht - was sich nicht zuletzt auch in ihrer Bezahlung ausdrückte: J.R. konnte ihre Gagen frei aushandeln; für "Gentlemen Prefer Blondes" soll sie 100.000 US-$ erhalten haben; M.M. dagegen bekam als Vertrags-Schauspielerin nur ihr Gehalt von 750 - später 1.250 - US-$ pro Woche, während 20th Century-Fox mit "ihren" Filmen bis zu 25 Millionen US-$ pro Jahr eingespielte, wie einige Biografen ausgerechnet haben wollen. Auch sonst war M.M. bis dahin finanziell nicht sehr erfolgreich: Für die Akt-Fotos, die Tom Kelley noch Jahre lang an die Macher von Pin-up-Kalendern und Männer-Magazinen verkaufte, erhielt sie nur 50 US-$ Pauschal-Honorar (insgesamt, nicht pro Foto); und für ihre Filmsongs hätte sie keinen Cent gesehen, wenn RCA nicht 1953 einen Plattenvertrag mit ihr geschlossen und sie Neuaufnahmen davon hätte singen lassen.
******DiMaggio ist oft als primitiver italienischer "Macho" mit Mafia-Verbindungen hingestellt worden; Marilyn selber schüttete nach der Scheidung kübelweise Dreck über ihn aus. Doch wird dies dem berühmtesten Baseball-Spieler seit Babe Ruth schwerlich gerecht. Er war ein konservativer Mensch im besten Sinne des Wortes, der - wie die meisten (nicht nur italienischen :-) Männer seiner Zeit - erwartete, daß seine Frau nach der Heirat ihren Beruf aufgab, eine Familie gründete und ein häusliches Leben führte, z.B. für ihn und die Kinder kochte, statt jeden Abend auszugehen. (In den ersten Wochen der Ehe führte seine Schwester Maria ihnen den Haushalt und kochte für sie; aber dazu war sie verständlicherweise nicht auf Dauer bereit.) Im übrigen war er eine treue Seele, auch nach der Scheidung, der einzige ihrer vielen Ehemänner, Liebhaber und "Freunde", der bis zu ihrem Tode (und noch darüber hinaus - angeblich legte er 20 Jahre lang jeden Tag eine rote Rose auf ihr Grab) unerschütterlich zu ihr hielt, obwohl sie ihn ebenso schäbig abserviert hatte wie Dougherty, Lipton, Lytess, Greene und Miller.
*******Die These, daß es sich um ein eher platonisches Verhältnis zwischen Marilyn und ihrem vermeintlichen "Ersatzvater" handelte, ist abwegig: Miller war zwar 11 Jahre älter als sie, aber das war damals ein ganz normaler Altersunterschied für Ehepaare. Marilyn hatte in den fünf Jahren dieser Ehe drei Fehlgeburten. (Dikigoros teilt nicht die Ansicht einiger Biografen, daß es sich um Abtreibungen handelte; diese mögen allenfalls vor und/oder nach dieser Ehe vorgekommen sein.) Die Ehe scheiterte auch nicht aus den von einigen Biografen vorgeschobenen Gründen (sie habe sich von ihm "wie ein Kind behandelt gefühlt", er habe Anstoß genommen an ihrem "übermäßigen Tablettenkonsum" - ein Märchen, das besonders diejenigen verbreiteten, die ihren Tod als "Selbstmord" oder "versehentliche Selbstvergiftung" darstellen wollten), sondern daran, daß sie ihn mit anderen Männern betrog, vor allem mit dem in Millers Augen völlig indiskutablen Yves Montand.
********Spätestens seit den fundierten, 1998 veröffentlichten Recherchen von Don Wolfe gilt es weltweit als gesicherte Erkenntnis, daß Marilyn von den Kennedys ermordet wurde - vermutlich von Robert Kennedy persönlich. Lediglich in der BRDDR wird dies tot geschwiegen und weiterhin an der abstrusen Selbstmord-These fest gehalten, um den Kennedy-Mythos (den der Rest der Welt längst zu den Akten gelegt hat) aufrecht erhalten zu können.
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