Mehr als 50 christliche Molukker wurden allein seit Ende November 2000 bei Überfällen
islamischer Extremisten getötet. Die schwer bewaffneten Kommandos kamen meist im
Morgengrauen. Mit Schnellbooten landeten sie auf den im Osten Indonesiens gelegenen
Gewürzinseln und umzingelten die Dörfer. Viele Bewohner wurden im Schlaf niedergemetzelt.
Bei einem Angriff islamischer Extremisten auf das Dorf Duma am 19. Juni wurden mindestens
152 Christen getötet und 234 verletzt. Kinder mussten mit ansehen, wie ihre Eltern ermordet
wurden. Die Angreifer schreckten nicht davor zurück, Brandsätze in eine Kirche zu werfen,
in der 200 Menschen Zuflucht gesucht hatten. Rund 300 Häuser wurden bis auf die Grundmauern
niedergebrannt. Erst drei Wochen zuvor waren in dem gleichen Dorf 50 Christen einem Massaker
zum Opfer gefallen.
Die Lage auf den Molukken hat sich im Mai dramatisch zugespitzt: 2.000 Anhänger der
extremistischen islamischen Organisation "Laskar Jihad" aus anderen Teilen Indonesiens
trafen dort ein, um einen "Heiligen Krieg" gegen die christliche Bevölkerung zu führen. Die
Führer der Bewegung kündigten an, bis zu 10.000 Mudschaheddin ("heilige Krieger") auf die
Inseln zu schicken. Kam es zuvor schon zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Christen
und Muslimen, so predigen islamische Extremisten nun offen die Vertreibung und Vernichtung der
Christen. Die Regierung reagiert hilflos mit der Entsendung von noch mehr Militär und der
Ausrufung des Notstandes. Doch die Christen vertrauen den zumeist muslimischen Soldaten nicht,
da sie immer wieder für Muslime Partei ergriffen haben.
Seit dem Ausbruch der Kämpfe zwischen Christen und Muslimen im Januar 1999 sind auf den
Molukken mindestens 4.000 Menschen getötet worden. Ambon City, die wichtigste Stadt im Süden
der Inselgruppe, gleicht Sarajevo oder Beirut im Krieg: Demarkationslinien trennen die
Wohnviertel der Religionsgemeinschaften, Schulbetrieb und öffentliche Verwaltung sind zum
Erliegen gekommen. Am 23. Juni wurde die christliche Universität von islamischen Extremisten
niedergebrannt. Fast täglich töten Heckenschützen Zivilisten. Jugendliche beider
Bevölkerungsgruppen stehen sich in aufgestautem Hass und Gewaltbereitschaft in nichts nach.
Selbst sieben Jahre alte Kinder tragen Schnellfeuerwaffen. "Mein Cousin wurde enthauptet,
aber wir konnten nur seinen Kopf beerdigen. Den restlichen Körper fanden wir nicht," berichtet
ein muslimischer Flüchtling. Oft entzünden sich die Zusammenstöße an Nichtigkeiten. Mehr als
480.000 Molukker flohen bereits aus ihren Dörfern.
Lange galten die Gewürzinseln als Paradebeispiel für das friedliche Zusammenleben der
Religionsgemeinschaften in einem Staat mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung. [In welch
grauer Vorzeit mag das gewesen sein? Sicher lange vor Dikigoros' Geburt, denn solange er
zurück denken kann, herrscht dort Bürgerkrieg.] Doch die Konflikte schwelen bereits seit
Jahren. Die zwei Millionen molukkischen Christen werden aufgrund der staatlich geförderten
Zuwanderung ("Transmigrasi") von Muslimen aus anderen Teilen Indonesiens zu einer Minderheit
im eigenen Land gemacht. Während sie mit den muslimischen Molukkern noch einen Ausgleich
finden konnten, fühlen sie sich heute gegenüber den Neuankömmlingen wirtschaftlich benachteiligt
und an den Rand der Gesellschaft gedrängt.
Die Gewaltausbrüche sind keinesfalls nur den Molukkern anzulasten. Sowohl Indonesiens Regierung
als auch indonesische Menschenrechtler machen die Machtelite um den ehemaligen Diktator Suharto
dafür verantwortlich. Tatsächlich werden Massaker häufig dann verübt, wenn in der indonesischen
Öffentlichkeit intensiv über eine Strafverfolgung Suhartos diskutiert wird. Provokateure stacheln
extremistische Muslime oder Christen immer wieder an, um die noch junge Demokratie in Indonesien
zu destabilisieren. [Welche Demokratie? Demokratie hat es in Indonesien nie gegeben und wird es
dort nie geben, das bemerkte schon der weise Richard Katz, Anm. Dikigoros.] Viele Offiziere wollen beweisen, dass
Indonesien ohne ein hartes Durchgreifen der Armee auseinander brechen würde. Die radikalen
Islamisten versuchen sich zu profilieren. Hilflos schaut Staatspräsident Abdurahman Wahid zu,
wie seine Macht immer mehr schwindet und der Konflikt eskaliert.
Das unternimmt die GfbV für Frieden auf den Molukken
Seit mehr als 20 Jahren hat die GfbV vor den katastrophalen Folgen der staatlich gesteuerten
Zuwanderung von Muslimen auf den Gewürzinseln gewarnt. [Davon hat Dikigoros nie etwas gehört,
obwohl er gerade in diesem Punkt sehr genau gelauscht hat. Er hörte überall nur staatlich
verordnete Lobhudelei, vor allem vom deutschen Entwicklungshilfe-Ministerium, das dieses
schwachsinnige Projekt mit finanzierte - das auch bei den meisten muslimischen Javanern, die
z.T. zwangsumgesidelt wurden, wenn sie trotz finanzieller Vergünstigungen nicht freiwillig
gehen wollten, wenig populär war.] Mit Memoranden, Mahnwachen und der Organisation von
Delegationen nach Europa setzten wir uns für die Anliegen der molukkischen Ureinwohner ein.
Seit dem Ausbruch der Gewalt vor anderthalb Jahren haben wir in Presseerklärungen und Appellen
über die Hintergründe der Massaker informiert und die deutsche Bundesregierung sowie die
Europäische Union aufgefordert, sich für einen besseren Schutz der molukkischen Christen
sowie für einen Ausgleich zwischen den Religionsgemeinschaften einzusetzen. [Unterdessen flog
Bruder Johannes, die Schnapsnase, nach Indonesien und lallte dort etwas von der hervorragenden
Behandlung der christlichen Minderheit durch die muslimische Regierung, von der die Deutschen
noch viel lernen könnten - wahrscheinlich dachte er bereits an die Zeit, da die Christen auch
in der BRD zur Minderheit geworden sein werden, Anm. Dikigoros]
Vor dem Deutschland-Besuch Präsident Wahids im Januar 2000 luden wir einen Vertreter des
Indonesischen Kirchenrates und der muslimisch-christlichen Hilfsorganisation "Allianz für
die Versöhnung und den Frieden auf den Molukken" nach Berlin ein. In Gesprächen mit führenden
Politikern und dem Auswärtigen Amt baten wir um Unterstützung für den Versöhnungsprozess. Bei
Hilfswerken setzten wir uns für verstärkte humanitäre Hilfe für die Flüchtlinge aller
Konfessionen ein. Tausende Deutsche und Niederländer schlossen sich einer Postkartenaktion
der GfbV an und forderten UN-Generalsekretär Kofi Annan auf, sich für die Entsendung von
Menschenrechtsbeobachtern auf die Molukken einzusetzen. [Donnerwetter... mit welchem Ergebnis?
Soviel Dikigoros weiß, ohne - wie auch? An-An kann weder Deutsch noch Niederländisch, und
die anderen UN-Neger wohl auch nicht!]
Das fordern wir jetzt
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