Carl Gustaf MANNERHEIM
(04. 06. 1867 - 28. 01. 1951)
"Als Einzelner kämpft man in einem Krieg gegen
äußere Feinde nicht für das Regime, sondern
für das Land, dessen Armee man angehört"
Tabellarischer Lebenslauf
zusammen gestellt von
Nikolas Dikigoros
- 1867
- 4. Juni: Carl Gustaf Emil Mannerheim wird als drittes von sieben Kindern eines schwedischen Grafen holländischer Abstammung auf Gut Louhisaari bei Masku im Großherzogtum
Finnland
geboren, das seit 1809 in Personalunion mit Rußland verbunden ist und vor der größten Hungersnot seiner Geschichte steht; binnen eines Jahres sinkt die Einwohnerzahl auf 1,7 Millionen.
- 1874-1883
- Mannerheim besucht verschiedene Schulen in Helsinki und Lappeenranta, von denen er ausnahmslos wegen schlechter Führung religiert wird.
- 1883-1886
- Mannerheim besucht die Militärschule
Hamina
(einer deutschen Cadettenanstalt vergleichbar), von der er ebenfalls wegen schlechter Führung religiert wird. Er besucht wieder ein Gymnasium in Helsinki.
- 1887
- Mannerheim besteht das Abitur und wird auf Vermittlung seiner Patentante, deren Schwester mit einem russischen General verheiratet ist, in die Sankt Peterburger Kavallerieschule aufgenommen.
- 1888
- 1. Juli: Mannerheim wird zum Fahnenjunker-Unteroffizier befördert.
- 1889
- 10. August: Mannerheim besteht das Cornet-[Fähnrichs-]Examen und tritt in das Regiment der "Schwarzen Dragoner" in Kalesch (Russisch-Polen) ein.
- 1891
- 27. Juli: Mannerheim kauft sich mit finanzieller Unterstützung seiner Großmutter bei der berittenen Garde in Sankt Peterburg ein.
- 1892
- Mannerheim heiratet die reiche russische Generalstochter Anastasia Arapowa. (Aus der Ehe gehen zwei Töchter hervor.)
- 1893
- 30. August: Mannerheim wird zum Leutnant der Garde befördert.
- 1896
- Mannerheim nimmt als Oberleutnant der Garde an den Krönungsfeierlichkeiten für Nikolaus II teil.
- 1898
- Mannerheim wird an den Reitstall des Tsaren versetzt. Er verbringt eine angenehme Dienstzeit, die mit Empfängen bei Hof, Bällen, Spazierritten, Theater und Ballett ausgefüllt ist, und die seine lebenslange Liebe zum - tsaristischen - Rußland begründet. Auf einer seiner Reisen zwecks Pferdekaufs (der Tsar läßt seine Pferde vorzugsweise aus Deutschland und Österreich-Ungarn holen) zertritt ihm ein deutsches Pferd die linke Kniescheibe, was Mannerheim die Teilnahme an der 100-Jahrfeier der berittenen Garde kostet und fast das Ende seiner militärischen Laufbahn bedeutet. Dieser Unfall begründet seinen lebenslangen Haß auf Deutschland.
- 1899
- 22. Juli: Mannerheim wird zum Rittmeister der Garde befördert.
- 1900
- Mannerheims Frau, die des Schlipssoldatendaseins überdrüssig ist, meldet sich während des chinesischen
Boxeraufstands
als Krankenschwester zur Truppe und kehrt danach nicht wieder zu ihrem Mann zurück, sondern emigriert mitsamt ihren beiden Töchtern nach Frankreich. (Die Ehe wird 1919 geschieden.)
- 1902
- 6. Dezember: Mannerheim wird zum Stabsrittmeister befördert.
- 1903
- Mannerheim wird zum Major befördert und als Schwadronführer an die Sankt Peterburger Kavallerieschule versetzt; dieser Posten gilt als Karriere-Sprungbrett erster Klasse.

- 1904
- Mannerheim meldet sich nach Ausbruch des russisch-japanischen Krieges an die Mandschurische Front.
- 7. Oktober: Mannerheim wird zum Oberstleutnant befördert und zum stellvertretenden Kommandeur des 52. Husaren-Regiments ernannt. Die undisziplinierten, schlecht ausgebildeten und schlecht ausgerüsteten russischen Truppen (Mannerheit nennt sie "angeworbene Straßenräuber") sind gegen die Japaner - die von allem das Gegenteil sind - chancenlos.
- 1905
- Mannerheim nimmt an den Kämpfen um Mukden teil.
- 29. November: Mannerheim wird zum Oberst befördert.
- Nach dem verlorenen Krieg gegen Japan kommt es in Rußland zu revolutionären Unruhen.
- Mannerheim wird Mitglied des finnischen Ständerats.
- 1906-1908
- Mannerheim nimmt an der China-Expedition des französischen Archäologen Paul Pelliot teil, die ihn hauptsächlich nach Ost-Turkestan führt. Die russische Führung erwägt, unter den Uiguren einen Aufstand gegen China anzuzetteln, um das Gebiet - wie bereits die westturkischen Länder - dem Tsarenreich einzuverleiben. Mannerheim gelangt jedoch zu dem (wahrscheinlich unzutreffenden) Ergebnis, daß ein solcher Versuch aussichtslos wäre.

- 1909
- Mannerheim wird zum Kommandeur des 13. Ulanen-Garde-Regiments "Wladimir" in Novominski bei Warschau ernannt.
- 1911
- 13. Februar: Mannerheim wird zum Generalmajor befördert. (Die Kommandeure der russischen Garde-Regimenter hatten in der Regel Generalsrang.)
- 1914
- August: Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs rechnet Mannerheim mit einem schnellen russischen Sieg.
- Dezember: Mannerheims Regiment nimmt an der Offensive auf Krakau teil; obwohl sie letztlich scheitert, wird ihm dafür der
Sankt-Georgs-Orden 4. Klasse verliehen.
- 1915
- Mannerheim wird zum Kommandeur der 12. Kavallerie-Division ernannt, die gegen deutsche und österreichische Truppen Russisch-Polen verliert. Auf dem Rückzug wird das Prinzip der "verbrannten Erde" angewandt, d.h. das Land wird so weit wie möglich zerstört. Mannerheim läßt sich wegen Rheumas krank schreiben und kurt in Odessa am Schwarzen Meer.
- 1916
- In der Brussilow-Offensive verheizt das Tsarenreich seine letzten loyalen Truppen und zieht Rumänien mit in den Krieg, das bald von deutschen Truppen unter Feldmarschall
Mackensen
erobert wird. Russische Truppen besetzen und halten Bessarabien; Mannerheims 12. Kav.-Div. wird als Besatzungstruppe dorthin verlegt. Mannerheim reist zum Heimaturlaub nach Finnland.
- 1917
- März: Die so genannte "Februar"-Revolution bricht aus. (Der russische Kalender ist noch nicht umgestellt.) Tsar Nikolaj II dankt ab; auch sein Bruder Michail verzichtet auf den Thron; beide werden verhaftet und in Tsarskoje Selo interniert. Fürst Lwow und Kerenskij bilden eine "provisorische" Regierung, die von den West-Alliierten umgehend anerkannt wird. Die neue Regierung deklariert großzügig die Unabhängigkeit Polens (das schon seit zwei Jahren von den Mittelmächten besetzt ist, die ihrerseits vor seinem Jahr ein "unabhängiges" Königreich gegründet hatten), nicht aber die Unabhängigkeit Finnlands oder anderer Minderheits-Nationen des einstigen Tsarenreichs.
- 25. April: Mannerheim wird zum Generalleutnant befördert und zum Kommandeur des 6. Kavalleriekorps ernannt, gerät jedoch wegen seiner pro-tsaristischen Haltung zunehmend in Konflikt mit den neuen Machthabern.
- September: Mannerheim wird in die Reserve versetzt.
- Oktober: Bei Senats-Wahlen in Finnland siegen die Bürgerlichen unter
Pehr Evind Svinhufvud.
- November: Die "Oktober-Revolution" bringt Lenin und die Bolschewiki in Petrograd (wie die russische Hauptstadt seit der Abdankung des Tsaren heißt) an die Macht.
- Dezember: Mannerheim kehrt nach Finnland zurück, wo inzwischen ebenfalls eine bolschewistische Revolution ausgebrochen ist.
- 1918
- 16. Januar: Mannerheim wird vom finnischen Senat zum Oberbefehlshaber der nicht-existenten finnischen Armee ernannt. Über die Frage, wie diese zustande kommen soll, herrscht Streit: Die Mehrheit der Finnen ist geneigt, ein deutsches Hilfsangebot anzunehmen. (Die Deutschen haben seit 1915 so genannte "Jäger-Bataillone" aus finnischen Kriegsgefangenen aufgestellt, die seit 1916 auf Seiten der Mittelmächte gegen Rußland kämpfen; diese bieten sich jezt an, um Finnland von den Bolschewiki zu befreien.) Mannerheim ist dagegen und setzt auf finnische Freiwilligen-Milizen. (Schweden, wo gerade die Sozialistische Partei an die Macht gekommen ist - allerdings durch freie Wahlen -, verweigert der bürgerlichen Regierung Finnlands die erbetene Hilfe gegen ihre bolschewistischen Gesinnungsbrüder, zumal Finnland nicht bereit ist, die - überwiegend von Schweden besiedelten -
Åland-Inseln
an Schweden abzutreten. Die "Roten" haben dagegen auch in Finnland Auftrieb, da Lenin angeboten hat, einem bolschewistischen Finnland das - überwiegend von Finnen besiedelte - Ostkarelien zu überlassen. Mannerheim setzt dagegen auf einen Sieg der "Weißen" im russischen Bürgerkrieg - obwohl einige von ihnen zögern, die finnische Unabhängigkeit anzuerkennen.)
- 7. März: Mannerheim wird zum General der Kavallerie befördert.
- April: Ein deutsches Expeditionskorps unter General v. d. Goltz landet in Hanko und befreit Helsinki.
- 16. Mai: Mannerheim zieht hoch zu Roß in Helsinki ein und läßt sich bei der
Großen Parade
als Befreier feiern. (Der 16. Mai wird eine Art inoffizieller Nationalfeiertag.)
- 20. Mai: Der finnische Senat beschließt die Einführung der Monarchie und bietet die Krone dem Prinzen Friedrich Karl von Hessen an. Mannerheim tritt aus Protest zurück.
- Juni: Mannerheim emigriert über Schweden nach Frankreich.
- September: Als sich die Niederlage der Mittelmächte abzeichnet, holt der finnische Senat Mannerheim zurück.
- November: Ende des Ersten Weltkriegs; Sieg der Entente.
- Dezember: Mannerheim wird nach Wiedereinführung der alten schwedischen Verfassung von 1772 für sieben Monate zum Reichsverweser gewählt.
- 1919
- März: Bei Neuwahlen kommt erneut eine bürgerliche Mehrheit zustande. Mannerheim kandidiert für das Amt des finnischen Präsidenten, unterliegt jedoch bei der Abstimmung im Parlament gegen
Kaarlo Juho Ståhlberg.
- Juli: Mannerheim erwägt einen Putsch, findet jedoch in der Armee keine Unterstützung für diesen Plan. Seine militärische und politische Karriere scheint beendet.
- Mannerheim wird Ehrenmitglied der finnischen Pfadfinder, des schwedischen Serafimer-Ordens und des dänischen Elefanten-Ordens.
- 1920
- Im russischen Bürgerkrieg siegen die Roten am Ende über die Weißen.
- Im Frieden von Dorpat erkennt die Sowjet-Union Finnlands Unabhängigkeit an; Finnland verzichtet auf Ostkarelien.
- Mannerheim wird zum Volkshelden, denn er scheint im Nachhinein alles richtig gemacht zu haben, indem er geschickt zwischen den Fronten laviert und alle anderen Mächte zum Vorteil Finnlands ausgenutzt hat: Die Deutschen haben es frei gekämpft und dafür einen Fußtritt bekommen; die Schweden haben unmittelbar nach dem Krieg Lebensmittel geliefert und die
Finnen so vor dem Verhungern bewahrt, ohne die Åland-Inseln zurück zu bekommen; die West-Alliierten haben seine Unabhängigkeit anerkannt; und im Bürgerkrieg der Russen hat er sich die Finger nicht schmutzig gemacht: Die "Weißen" fragt niemand mehr; und die "Roten" müßten ihm für alle Zeiten dankbar sein - oder? Das finnische Volk sammelt für Mannerheim ein "Bürgergeschenk" in Höhe von 7,5 Millionen Finnmark; er spendet das Geld der Pensionskasse für Offiziere, Kriegerwitwen und -waisen und macht sich dadurch noch beliebter.
- Mannerheim wird Ehrenvorsitzender des finnischen Kinderschutzvereins.
- 1921
- Mannerheim wird Ehrenvorsitzender des finnischen Roten Kreuzes.
- 1922
- Mannerheim nimmt ein neues Wappen an mit dem Wahlspruch "candida pro causa ense candido" (schlechtes, "klassisches" Cicero-Lateinisch, etwa: "Für unschuldige Sache mit unschuldiger Waffe").

- 1925
- Mannerheim bewirbt sich als General bei der französischen Fremdenlegion, wird jedoch aus Altersgründen abgelehnt.
- 1927-1936
- Mannerheim unternimmt zahlreiche Privat-Reisen, vor allem nach
Indien.
- 1931
- Mannerheim wird vom neu gewählten finnischen Präsidenten
Pehr Evind Svinhufvud
zum Vorsitzenden des Verteidigungsrats ernannt.
- Nach französischem ("Maginot-Linie") und griechischem ("Metaxas-Linie") Vorbild läßt Mannerheim Verteidigungsanlagen bauen, die später nach ihm "Mannerheim-Linie" genannt werden. Der militärische Wert all dieser Anlagen wird sich als äußerst gering erweisen.
- 1932
- Mannerheim nimmt als Vertreter der schwedischen Minderheit in Finnland an der 300-Jahr-Feier zum Tode Gustav Adolfs II in Lützen teil.
- 1933
- 16. Mai: Mannerheim wird zum Feldmarschall befördert.
- 1934-1937
- Finnland will - wie viele andere Länder auch - militärisch aufrüsten und vor allem endlich eine Luftwaffe aufbauen. Zu diesem Zweck reist Mannerheim in alle Waffen produzierende Staaten Europas. Am Ende werden französische und deutsche Flugzeuge aus politischen Gründen abgelehnt; statt dessen läßt sich Finnland veraltete englische und holländische Maschinen andrehen.
- 1936
- Mannerheim wird zum Ehrenvorsitzenden der finnischen Pfadfinder ernannt; den Ehrenvorsitz der national-sozialistischen "Lapua"-Bewegung lehnt er dagegen ab.
- Nach den großen Erfolgen finnischer Athleten bei den
Olympischen Spielen von Berlin
wird Finnland die Olympiade von 1940 zugesprochen. Mannerheim nutzt das Olympia-Stadion von Helsinki nach - uneingestandenem
- deutschem Vorbild mit zahlreichen Militärparaden zur Selbstdarstellung.

- 1937
- 4. Juni: Der 70. Geburtstag Mannerheims wird in Finnland groß gefeiert.
- 1938
- Mannerheim tritt erneut zurück.
- 1939
- August: Nachdem Finnland ein Bündnis mit dem Deutschen Reich wiederholt abgelehnt hat, läßt Hitler im deutsch-russischen Nichtangriffspakt Finnland in die sowjetische Interessensfäre fallen.
- September: Beginn des
Polenfeldzugs;
das Deutsche Reich und die Sowjet-Union teilen Polen entlang der (1919 von den Briten gezogenen) Curzon-Linie unter sich auf.
- Oktober: Finnland lehnt die Forderung
Stalins - dessen "Dankbarkeit" sich in Grenzen hält - nach Landabtretungen und Einräumung von Militärstützpunkten ab.
- November: Beginn des "Winterkrieges" zwischen der Sowjet-Union und Finnland, dessen miserable Außenpolitik es praktisch ohne Verbündete auf hoffnungslosem Posten stehen läßt.
- Mannerheim wird wieder zum Oberbefehlshaber der finnischen Streitkräfte ernannt. Eine seiner ersten Maßnahmen ist die Einführung des
Marschall-Schnapses.
Dies reicht jedoch auf die Dauer nicht aus, um den Krieg gegen die überlegene Rote Armee zu gewinnen.
- 1940
- 12. März: Im
Frieden von Moskau
muß Finnland weit mehr Gebiete an die Sowjet-Union abtreten als Stalin ursprünglich verlangt hatte.

- 1941
- 22. Juni: Der
Rußlandfeldzug
beginnt. Mannerheim hintertreibt ein offizielles Bündnis mit dem Deutschen Reich. Er hofft, sich wieder - wie schon im Ersten Weltkrieg - durchlavieren zu können: Finnland kämpft gegen die Sowjet-Union, aber nur bis zu den eigenen Grenzen von 1939, um die Alliierten nicht zu verärgern, von deren Endsieg er überzeugt ist. Er verhindert insbesondere die Unterbrechung der Eisenbahnlinie von Murmansk durch Ostkarelien nach Rußland, über die fast der gesamte westalliierte Nachschub an die Sowjet-Union läuft. Während eine Unterbrechung der Murman-Bahn mit wenigen Kräften leicht möglich gewesen wäre, ist die Geleitzugschlacht im Atlantik für die wenigen, technisch veralteten deutschen U-Boote auf Dauer hoffnungslos. Manerheims Weigerung entscheidet den Rußland-Feldzug, besiegelt die deutsche Niederlage und das Schicksal Europas für das nächste halbe Jahrhundert.
- 1942
- 4. Juni: Der 75. Geburtstag Mannerheims wird in Finnland groß gefeiert; er läßt sich zum "Marschall von Finnland" ernennen. Aus dem Ausland erscheint zu den Feierlichkeiten allerdings nur ein Staatsoberhaupt - ausgerechnet das von Mannerheim so gehaßte deutsche.

- 1944
- August: Als sich die deutsche Niederlage abzeichnet, tritt der deutsch-freundliche Präsident
Risto Ryti
zugunsten Mannerheims zurück.
- 4. September: Mannerheim wechselt die Seiten; dennoch verweigern die meisten finnischen und deutschen Truppen den gegenseitigen Kampf - der "Lappland-Krieg" wird nur auf dem Papier geführt; die deutschen Truppen ziehen mehr oder weniger unbehelligt nach Norwegen ab; die Völkerfreundschaft überlebt den Verrat ihrer Führer.
- 1945
- Mannerheim nimmt Kontakt zum portugiesischen Präsidenten
Salazar
auf, um die Möglichkeit eines Exils zu erkunden; er stößt jedoch auf wenig Gegenliebe.
- In den "Kriegsverbrecherprozessen" belastet er Risto Ryti und andere finnische "Kollaborateure" schwer.
- 1946
- Ryti wird zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Mannerheim tritt "aus gesundheitlichen Gründen" zugunsten von Juho Kusti Paasikivi vom Präsidentenamt zurück.
- 1948
- Der von Stalin diktierte Vertrag über "Freundschaft, Kooperation und Beistand" macht Finnland - für das die Westmächte keinen Finger rühren - de facto zu einem Satelliten der Sowjet-Union. Finnland ist vom Krieg ruiniert, zumal es - anders als etwa die DDR, Polen oder die Tschecho-Slowakei - nicht auf von Deutschen geschaffene Industrien zurück greifen kann.
- Mannerheim emigriert in die Schweiz und läßt sich in Valmont bei Montreux am Genfer See nieder, um seine Memoiren zu schreiben. (Tatsächlich werden sie von General Heinrichs und Oberst Paasonen geschrieben und von Mannerheim lediglich abgesegnet.)
- 1951
- 28. Januar: Mannerheim stirbt in Lausanne; seine Leiche wird nach Finnland überführt.
- 4. Februar: Mannerheim erhält ein Staatsbegräbnis auf dem "Heldenfriedhof" von Hietaniemi bei Helsinki. Paasikivi bezeichnet Mannerheim in seiner Trauerrede als "einen großen Soldaten, einen großen Staatsmann, einen großen Mitbürger". Die finnischen Pfadfinder stellen die Ehrenwache.

- 1952
- Professoren der Universität Helsinki gründen eine private Stiftung zur Errichtung eines Mannerheim-Denkmals und beginnen, Geld zu sammeln. Mannerheim erscheint auf einer Sonderbriefmarke zu Ehren des finnischen Roten Kreuzes (dessen Ehrenvorsitzender er bis zuletzt war), und damit zum letzten Mal von Amts wegen in der finnischen Öffentlichenkeit.
- 1956
- Risto Ryti (der nach drei Jahren Haft begnadigt worden ist) wird rehabilitiert und zum Dr. h. c. der Universität Helsinki promoviert.
- 1960
- 4. Juni: Das Mannerheim-Denkmal (ein Reiter-Standbild) ist endlich fertig und wird aus Anlaß seines 93. Geburtstages in Helsinki aufgestellt.

- Die U.S.-Post ehrt Mannerheim mit einer Sonderbriefmarke zu 4 Cent (dem niedrigsten Wert) in der Serie "Freiheitskämpfer".
- 1961
- Die Mannerheim-Denkmal-Stiftung kauft Gut Louhisaari und richtet dort ein Mannerheim-Museum ein.
- 1967
- Der 50. Jahrestag der Unabhängigkeit wird in Finnland groß gefeiert - von Mannerheims 100. Geburtstag spricht kein Mensch.

- 1970
- Der 100. Geburtstag Paasikivis wird in Finnland groß gefeiert.

- 1977
- Der 60. Jahrestag der Unabhängigkeit wird in Finnland groß gefeiert - von Mannerheim spricht kein Mensch.

- 1991
- Nach dem Zusammenbruch der Sowjet-Union wird Finnland wieder frei und beginnt mit dem Wiederaufbau.

- 2001
- An Mannerheims 50. Todestag ist er glücklich vergessen.

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