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Erich Ludendorff (1865-1937) Tabellarischer Lebenslauf

ERICH  LUDENDORFF

(9.4.1865 - 10.12.1937)

"Wehe dem Volke, dem Geschichte
so vorgetragen wird, daß sie
zur Verdummung führt!"

[Ludendorff]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1865
9. April: Erich Friedrich Wilhelm Ludendorff wird auf Gut Kruschewnia [heute "Kruszewnia"] bei Posen als drittes von sechs Kindern des Rittergutsbesitzers und Rittmeisters d.R. August Wilhelm Ludendorff und seiner Ehefrau Klara, geb. v. Tempelhoff, geboren.

1871
Familie Ludendorff zieht nach Pommern.

1877
Ludendorff tritt in die Cadettenanstalt in Plön ein.

1879
Ludendorff tritt in die Hauptcadettenanstalt in Groß-Lichterfelde bei Berlin ein.


1882
April: Ludendorff wird zum Seconde-Lieutenant befördert und zum 8. Westfälischen Infanterie-Regiment Nr. 57 nach Wesel versetzt.

1887
Juli: Ludendorff wird zum I. Seebataillon (Marine-Infanterie) nach Wilhelmshaven versetzt (einer Eliteeinheit, bei der später auch Paul v. Lettow-Vorbeck dient).


1890
Ludendorff wird zum Premier-Lieutenant befördert und zum 1. Brandenburgischen Leib-Grenier-Regiment Nr. 8 nach Frankfurt/Oder versetzt.
Oktober: Ludendorff wird zur Kriegsacademie abcommandiert. Er lernt dort u.a. Russisch und legt die Sprachmittlerprüfung als Dolmetscher ab; anschließend bereist er das Zarenreich von Sankt Peterburg über Moskau bis zur Krım.

1894
Ludendorff wird zum Großen Generalstab nach Berlin abcommandiert.

1895
Ludendorff wird zum Hauptmann befördert.

1896
Ludendorff wird zum Stab des IV. Armeecorps nach Magdeburg versetzt.

1898
Ludendorff wird als Compagnieführer zum 8. Pommerschen Infanterie-Regiment Nr. 61 nach Thorn versetzt.

1900
Ludendorff wird zum Stab der 9. Infanterie-Division nach Glogau versetzt.

1902
Ludendorff wird zum Stab des des V. Armeecorps nach nach Posen versetzt und zum Major befördert.

1904
Ludendorff wird zum Großen Generalstab nach Berlin zurück versetzt.

1906
Ludendorff wird nebenbei als Instructeur an der Kriegsacademie eingesetzt.

1908
Ludendorff wird zum Oberstleutnant befördert und zum Chef der Aufmarschabteilung im Großen Generalstab ernannt. Als solcher ist er für den Schlieffen-Plan mit verantwortlich.

1909
Ludendorff ehelicht die Fabrikantentochter Margarete geb. Schmidt, gesch. Pernet.


1913
Januar: Ludendorff, der sich durch zahlreiche Denkschriften, in denen er eine umfassende Heeresreform fordert, bei seinen Vorgesetzten unbeliebt gemacht hat, wird unter Beförderung zum Oberst als Commandeur des 39. Füsilier-Regiments nach Düsseldorf abgeschoben. (Er behauptet jedoch später, diese Zeit als Regiments-Commandeur sehr genossen zu haben.)

1914
Mai: Ludendorff wird unter Beförderung zum Generalmajor als Commandeur der 85. Infanterie-Brigade nach Straßburg versetzt.
1. August: Beginn des Ersten Weltriegs.
2. August: Ludendorff wird zum Oberquartiermeister der 2. Armee ernannt, wo er für Nachschubfragen zuständig und damit vermeintlich "kalt gestellt" ist.
3. August: Deutsche Truppen marschieren in Belgien ein, das nach geheimen Absprachen mit Frankreich seine gesamten Truppen an der Grenze zum Reich konzentriert hat, um einen Angriff auf das Ruhrgebiet zu unterstützen (französische Truppen haben von Belgien Durchmarschrecht erhalten).
6. August: Ludendorff übernimmt, als sein Vorgesetzter General v. Wussow vor Lüttich fällt, das Commando und erobert praktisch im Alleingang die Citadelle von Lüttich, der stärksten belgischen Festung. Dafür wird ihm der preußische Militär-Verdienstorden Pour le Mérite verliehen.


22. August: Ludendorff wird zum Chef des Generalstabs der 8. Armee unter dem reactivierten Infanterie-General Paul von Hindenburg ernannt, den er einen Tag später in Hannover zum ersten Mal im Leben trifft. Ihr Auftrag ist die Vertreibung der in Ostpreußen eingefallenen russischen Armeen.


26.-30. August: Ludendorff vernichtet in der Schlacht bei Tannenberg und Oertelsburg die 2. Russische Armee.
6.-15. September: Ludendorff vernichtet in der Schlacht an den Masurischen Seen die 1. Russische Armee.
Als "Befreier des Ostens" wird jedoch von der Propaganda in erster Linie Hindenburg gefeiert.


1. November: Hindenburg und Ludendorff erhalten das Oberkommando über die deutschen Truppen an der Ostfront ("OberOst").

[Hindenburg und Ludendorff; Gemälde von Hugo Vogel]

1916
29. August: Nach der verfehlten und erfolglosen deutschen Offensive bei Verdun und der erfolgreichen Brussilow-Offensive der Russen in Galizien, die Rumänien zum Kriegseintritt gegen die Mittelmächte animiert, wird General Erich v. Falkenhayn nach knapp zwei Jahren als Chef der Obersten Heeresleitung (OHL) entlassen. Sein Nachfolger wird der zum Generalfeldmarschall ernannte Hindenburg mit Ludendorff als "Erstem General-Quartiermeister".
(Dieser Pseudo-Rang wird extra für Ludendorff geschaffen, da nach einer antiquierten Dienstvorschrift ein Offizier während eines Krieges nicht öfter als zweimal befördert werden darf. Da Ludendorff bei Kriegsausbruch nur Generalmajor war, konnte er nur bis zum kommandierenden General befördert werden und wäre als solcher gegenüber rangälteren Generälen sowie ranghöheren Generalobersten und Feldmarschällen nicht weisungsbefugt. Als "Erster General-Quartiermeister" hat er dagegen ein Mitspracherecht in allen militärischen Entscheidungen. Während Hindenburg die formelle Voraussetzung für eine Ernennung zum GFM - Eroberung oder erfolgreiche Verteidigung einer bedeutenden Festung - nie erfüllt hat, wäre dies bei Ludendorff durchaus der Fall gewesen, da er Lüttich erobert hat - dies sogar durch einen bei Generälen ganz ungewöhnlichen Akt persönlicher Tapferkeit.)


Ludendorff drängt auf "absolute Kriegsführung". Er fordert die totale wirtschaftliche Mobilmachung und - wie schon Falkenhayn - den uneingeschränkten U-Boot-Krieg.
Auf Ludendorffs Drängen wird zur Verbesserung der Nachschubwege der Bau einer Eisenbahnbrücke zwischen dem rechtsrheinischen Erpel (heute ein Stadtteil von Unkel) und dem linksrheinischen Remagen in Angriff genommen, die nach ihm benannt wird.

[Die Ludendorff-Brücke von Erpel nach Remagen]

1917
März: Ludendorff setzt in völliger Verkennung der Tatsachen (Hoffnung auf Schwächung Rußlands durch die "Februar"-Revolution) auf Offensive im Osten und Defensive im Westen und nimmt die deutschen Truppen an der Westfront in die "Siegfriedstellung" zurück. (Dies zu einem Zeitpunkt, da große Teile des französischen Heeres meutern und eine Offensive im Westen zum ersten und einzigen Mal Erfolg versprochen hätte, während die neue russische Regierung unter Premierminister Lwow und Kriegsminister Kerenski den Krieg unvermindert fortsetzt.)
Juni: Die (2.) Brussilow-Offensive der Russen führt erneut zu schweren Einbrüchen in Galizien.
13. Juli: Ludendorff erzwingt durch sein Rücktrittsgesuch den Sturz des unfähigen Reichskanzlers Theobald v. Bethmann Hollweg, der bis zuletzt nicht begriffen hat, daß von den Alliierten kein allgemeiner "Verzichtsfrieden" auf der Basis des "status quo ante bellum" zu erlangen ist. Sein Nachfolger Michaelis duldet de facto eine "Diktatur Ludendorff", nach dem von Ludendorff für vorbildlich erklärten Muster der "Diktatur Wilson" in den USA, der "Diktatur Clemenceau" in Frankreich und der "Diktatur Lloyd George" in Groß-Britannien. (Ludendorffs tatsächliche Machtfülle reicht jedoch nicht annähernd an die der Vorgenannten heran.)
19. Juli: Die "Mehrheitsparteien" im Reichstag (das "Centrum" unter Erzberger und die SPD unter Scheidemann) verabschieden eine in ihrer Naïvität kaum zu überbietende "Friedens-Resolution", die Wasser auf den Mühlen der - eigentlich selber kriegsmüden - Alliierten ist, die diese als Schwäche auslegen und nun mehr denn je entschlossen sind, den Krieg gegen Deutschland fortzusetzen. Ludendorff vertritt dagegen die Forderung eines "Siegfriedens" ("ohne Sieg kein Friede!") mit umfangreicher wirtschaftlicher Expansion, besonders in Osteuropa.


Er ist jedoch nicht so größenwahnsinnig wie gewisse Hurra-Patrioten, die angesichts der vermeintlich günstigen militärischen Lage ein altes Heine-Zitat von 1844 ausgraben und dieses aus dem Zusammenhang gerissen auf ihre Fahnen schreiben.

[Medaille mit Heine-Zitat von K. Goetz]

1918
3./7.März: Das Deutsche Reich schließt den "Brotfrieden" von Brest-Litowsk mit Sowjet-Rußland und der Ukraine und den "Wirtschaftsfrieden" von Helsinki mit Finnland, nachdem es die beiden letzteren Länder frei gekämpft hat.


21. März: Beginn der "großen Schlacht im Westen", bei der Ludendorff in verhängnisvoller Fehleinschätzung der Gesamtlage alles auf eine Karte setzt. Dies, während sich im Osten ein Zusammenbruch der Verbündeten abzeichnet, der mit einem Bruchteil der bei der Offensive im Westen verheizten Kräfte hätte verhindert werden können. Dies gilt vor allem für die vernachlässigten Fronten in Nahost (Palästina, Mesopotamien), in Griechenland (Saloniki) und im Kaukasus. Die West-Offensive scheitert nach einigen Anfangserfolgen.
6. Mai: Das Deutsche Reich schließt den "Ölfrieden" von Bukarest mit Rumänien.


29. September: Nachdem die Alliierten mit weit überlegenen Kräften (frische Truppen aus USA, gepanzerte "Tank"-Wagen, absolute Luftherrschaft) erfolgreich zur Gegenoffensive übergegangen sind, fordert die OHL sofortige Waffenstillstands-Verhandlungen. Damit wird die militärische Niederlage eingestanden, die Ludendorff - wohl mit Recht - vor allem der politischen Führung anlastet. (Allerdings läßt sich nicht hinweg diskutieren, daß die militärische Führung drei Jahre in Folge falsche strategische Grundsatzentscheidungen getroffen hat: 1916 den Angriff auf Verdun, 1917 den Rückzug auf die Siegfriedlinie, 1918 die "große Schlacht im Westen".)
6. Oktober: Die Reichsleitung bittet um Waffenstillstands-Bedingungen auf der Grundlage der von US-Präsident Wilson verbreiteten "14 Punkte"; die Alliierten reagieren jedoch nicht.
24. Oktober: Ludendorff erkennt - richtig, aber zu spät -, daß die Alliierten gar keinen Frieden auf Grundlage der "14 Punkte" Wilsons wollen, sondern daß sie Frasen wie die vom "Selbstbestimmungsrecht der Völker" lediglich als Vorwand benutzen, um Zwietracht bei den Mittelmächten (besonders bei den slawischen Minderheiten in Österreich-Ungarn) zu schüren; so ist Frankreich in keiner Weise bereit, etwa in Elsaß-Lothringen eine Volksabstimmung über den künftigen Verbleib zuzulassen. Ludendorff fordert daher nunmehr wieder, "den Widerstand mit äußersten Kräften fortzusetzen" - zu einem Zeitpunkt, da Deutschlands Verbündete bereits kapituliert haben. (Bestärkt wird er darin vom "Vater des deutschen Rüstungswunders", Walther Rathenau, der meint, daß Deutschland den Krieg auch ohne seine - ohnehin unzuverlässigen - Verbündeten weiter führen könnte.)
26. Oktober: Ludendorff wird von Kaiser Wilhelm II entlassen.


November: Die "Novemberverbrecher" beginnen mit Meutereien in Kiel und Hamburg, die bald auf das ganze Reich übergreifen. Kaiser Wilhelm II dankt ab und geht ins Exil nach Holland. Ludendorff flieht aus dem revolutionären Berlin nach Schweden. Dort verfaßt er die autobiographische Schrift "Meine Kriegserinnerungen 1914-1918". Er verschärft darin seine Vorwürfe gegen die Politik der Reichsleitung.

1919
Februar: Ludendorff kehrt nach Deutschland zurück und knüpft Verbindungen zur "Nationalen Vereinigung", der auch Wolfgang Kapp angehört.
Seine Kriegserinnerungen kommen auf den Markt und werden zum Bestseller.


18. November: Ludendorff kritisiert bei seinem gemeinsamen Auftritt mit Hindenburg vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß der Nationalversammlung die Weimarer Republik und ihr "Waschweiber-Parlament".

[Medaille von K. Goetz auf die 'Weimarer Waschweiber']

Im Gegensatz zu weit verbreiteten Gerüchten ist es jedoch nicht Ludendorff, der die "Dolchstoß-Legende" vom "im Felde unbesiegten Heer" erfunden hat, sondern vielmehr Hindenburg, der an jenem Tag die diesbezügliche Aussage eines britischen Generals in der Neuen Zürcher Zeitung vom 17. Dezember 1918 zitiert* und um den Satz ergänzt:
"Wie Siegfried unter dem hinterlistigen Speerwurf des grimmigen Hagen, so stürzte unsere ermattete Front."

[Hagen tötet Siegfried] [Wahlkampf-Plakat der DNVP]

1920
Nach den Reichstagswahlen vom 6. Juni beginnt sich Ludendorff politisch Adolf Hitler zu nähern.


1921
Ludendorff verfaßt die militärtheoretische Schrift "Kriegführung und Politik". Er vertritt darin die These vom Krieg als Naturgesetz.

1923
9. November: Ludendorff nimmt am erfolglosen Marsch auf die Feldherrnhalle in München teil. Allgemein wird er im In- und Ausland als dessen Anführer angesehen. Das US-amerikanische Nachrichten-Magazin "TIME" widmet ihm eine Woche später die Titelseite.

[TIME vom 19. November 1923; das 'von' zwischen Erich und Ludendorff beruht auf einem - auch in Deutschland weit verbreiteten - Irrtum]

1924
Februar-April: Ludendorff wird im Zusammenhang mit dem Hitler-Putsch angeklagt, aber - als einziger Angeklagter - vom Vorwurf des Hochverrats freigesprochen.


1924-1928
Ludendorff ist als Abgeordneter der Deutschvölkischen Freiheitspartei - nicht, wie vielfach geschrieben wird, der NSDAP - Mitglied des Reichstags.


1925
29. März: Ludendorff kandidiert bei der Reichspräsidentenwahl, erhält jedoch im ersten Wahlgang nur 1,1 Prozent der Stimmen und tritt zum zweiten Wahlgang nicht mehr an; Hindenburg wird Reichspräsident.
Ludendorff gründet zusammen mit Constantin Hierl den Tannenbergbund, eine Art deutsch-germanischer Religionsgemeinschaft.
Ludendorff läßt sich von seiner Frau Margarete scheiden.

1926
Ludendorff heiratet in zweiter Ehe die Ärztin Mathilde geb. Spieß gesch. Kleine gesch. v. Kemnitz und zieht nach Tutzing. Die Eheleute gründen den "Ludendorff-Verlag", geben die Zeitschrift "Am Heiligen Quell" heraus und entwickeln eine rege Vortragstätigkeit.

[Mathilde Ludendorff]

1928
Ludendorff bricht mit Hitler und veröffentlicht in der Folge mehrere Bücher, um mit ihm abzurechnen, wie "Hitler entlarvt", "Hitlers Verrat der Deutschen an den römischen Papst", "Heraus aus dem braunen Sumpf" und "An meine Mitkämpfer".


1930
März: Ludendorff und seine Frau gründen den religiösen Verein "Deutschvolk", über den sie vor "Kriegshetze und Völkermorden" und einem drohenden neuen "Weltkrieg auf deutschem Boden" warnen. Der Satz "Deutsche, wühlt in der Geschichte!" wird zum geflügelten Wort.


1933
30. Januar: Reichspräsident v. Hindenburg beruft Hitler zum Reichskanzler einer Koalitions-Regierung aus NSDAP, DNVP und DVP. (Dies geschieht gegen den ausdrücklichen Rat Ludendorffs. Angeblich soll dieser seinem alten Oberbefehlshaber in letzter Minute ein warnendes Telegramm geschickt haben, in dem er Hitler als "den größten Demagogen aller Zeiten" und "Reichsverderber" bezeichnet; dessen Echtheit ist jedoch fraglich.)


März: Mit dem "Tag von Potsdam" (21.3.) - dem Ludendorff demonstrativ fern bleibt - beginnt die eigentliche "Machtergreifung" der National-Sozialisten - auch symbolisch: Fortan wird der Kopf Hitlers nicht mehr hinter, sondern vor dem Hindenburgs dargestellt. Die vordergründige Begrüßung Hitlers durch Hindenburg ist also in Wirklichkeit eher eine Verabschiedung des letzteren durch ersteren.

[Medaille von K. Goetz auf den
    Tag von Potsdam: Der Reichspräsident, General-Feldmarschall a.D. v. Hindenburg, läßt 
    sich herab, seinen Reichskanzler, den 'Böhmischen Gefreiten' a.D. Hitler zu begrüßen] [Adler klaut Hakenkreuz aus der 
    Garnisonskirche?]

September: Im Zuge der "Gleichschaltung" der Verbände und Institutionen werden neben anderen religiösen und politischen Sekten auch Ludendorffs "Tannenbergbund" und "Deutschvolk" verboten. (Die erstere war von der NSDAP bereits im Januar als "Schutztruppe des internationalen Judentums" diffamiert worden.)

1934
2. August: Ludendorff nimmt am Staatsbegräbnis für Hindenburg teil.


1935
9. April: Ludendorff wird von Hitler anläßlich seines 70. Geburtstages zum Feldmarschall h.c. ernannt. Er weist diese Pseudo-"Beförderung" zurück und veröffentlicht das Buch "Der totale Krieg", in dem er jegliche Art von Eroberungskrieg als "verbrecherisch" bezeichnet.


1937
März: Ludendorff erhält von Hitler die Zusage für die Wiederzulassung seiner religiösen Vereinigung, die sich nun "Bund für Deutsche Gotterkenntnis" nennt.
20. Dezember: Ludendorff stirbt in Tutzing und erhält ein Staatsbegräbnis. Seine Witwe Mathilde verbittet sich das Aufziehen von Hakenkreuzfahnen (sie besteht auf schwarz-weiß-rot). Hitler hält dennoch persönlich die Trauerrede.

[Medaille von Bleeker auf Ludendorffs Tod] [Medaillen-Rückseite: Dem Feldherrn...]

1939-1945
Zweiter Weltkrieg.

1945
7. März: Die Ludendorff-Brücke fällt unversehrt amerikanischen Truppen in die Hände. (Entgegen einem dreizehn Jahre später gedrehten, reißerischen Kinofilm ist nie um sie gekämpft worden.) Durch Überbelastung mit US-Panzern bricht sie zehn Tage später zusammen.

[Blick auf die eingestürzte Ludendorff-Brücke vom linken auf das rechte Rheinufer]

Die Brücke darf nie wieder aufgebaut werden - obwohl bis heute ein dringender Bedarf bestünde -, und Ludendorffs Name darf in ihrem Zusammenhang nie wieder erwähnt werden. Heute (seit 1980) beherbergt die Ruine des Brückenkopfes auf Remagener Seite ein "Friedens"-Museum zum Gedenken an die glorreiche "Befreiung" Deutschlands durch die Alliierten.


1945-1947
In alliierten Konzentrationslagern, deren berüchtigstes das amerikanische Vernichtungslager von Remagen-Kripp - in Sichtweite des "Friedens"-Museums - ist, werden fast zwei Millionen deutsche Kriegsgefangene von ihrem Leben "befreit".

[U.S. P.o.W. Camp Remagen-Kripp]

1949
Das Grundgesetz der BRD tritt in Kraft. Es verbietet in Art. 101 Sondergerichte.

1950
Eine "Spruchkammer" der überwiegend mit kommunistischen, kriminellen und/oder jüdischen "Richter[inne]n" besetzten Entnazifizierungs-Sondergerichte der BRD verurteilt Mathilde Ludendorff wegen ihres Antisemitismus als "Hauptkriegsverbrecherin". (Mathilde Ludendorff war nie Antisemitin im "rassistischen" Sinne; sie war vielmehr eine Gegnerin der monotheistischen Religionen - der christlichen und der muslimischen ebenso wie der jüdischen.)

1955
Ludendorffs "Lebenserinnerungen 1933-1937" erscheinen posthum. Aus ihren Erlösen wird eine "Schule für Gotterkenntis" eingerichtet.

1960
Das linksgerichtete Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL entfacht eine Hetzkampagne gegen Mathilde Ludendorff.


1961
Der "Bund für Gotterkenntnis" wird als "verfassungsfeindlich" verboten, sein Vermögen enteignet.

1965
An Ludendorffs 100. Geburtstag ist er vergessen.

1966
24. Juni: Mathilde Ludendorff stirbt in Tutzing.


1987
An Ludendorffs 50. Todestag ist der bekannteste Tutzinger der aus Rumänien eingeschleuste Kommunist und Schlagersänger Petar Makkay ("Peter Maffay"). Die Ludendorffs sind ebenso vergessen wie die - zwei Jahre nach Mathilde Ludendorff verstorbene - Pianistin und Beethoven-Interpretin Elly Ney.

[Peter Maffay 1987]

1991
Nach Abschluß des "2+4-Vertrages" endet die 46-jährige Besatzungszeit. Ludendorff bleibt gleichwohl Unperson.


1996
Die Ludendorff-Biografie von Generalleutnant a.D. Franz Uhle-Wettler erscheint, wird jedoch von Fach-"Historikern" weitgehend ignoriert.

2015
Ludendorffs 150. Geburtstag. Von Dikigoros vorgeschlagene Maßnahmen: Wiederaufbau der Ludendorff-Brücke; Umwidmung des "Friedens"-Museums in eine Gedenkstätte für die in alliierter Kriegsgefangenschaft ermordeten deutschen Soldaten.


*Die Idee des "Dolchstoßes in den Rücken der Front" ist jedoch noch älter: Bereits nach den Streiks der britischen Munitionsarbeiter im Februar/März 1915 verbreiteten die englischen Medien entsprechende Propaganda, um in der Bevölkerung Stimmung gegen die "Verräter" zu machen.

[britisches Hetzplakat gegen streikende Arbeiter]


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