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Kurt Georg Kiesinger

(1904 - 1988)

[Kurt Georg Kiesinger]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1904
6. April: Kurt Georg Kiesinger wird in Ebingen/Württemberg als Sohn eines kaufmännischen Angestellten geboren.

1925
Beginn des Studiums der Philosophie und Geschichte in Tübingen.

1926-1931
Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Berlin.

1932
Kiesinger heiratet Marie-Luise, geb. Schneider. Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor.

1935
Rechtsanwalt beim Kammergericht in Berlin und Tätigkeit als privater Rechtslehrer.

1933-1945
Mitglied der NSDAP.

1940
Dienstverpflichtung als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter in der Rundfunkabteilung des Reichsaußenministeriums.

1943
Stellvertretender Abteilungsleiter der Rundfunkabteilung des Reichsaußenministeriums.
Vor allem diese Tätigkeit wird ihm später zum Vorwurf gemacht. Entlastung findet er durch ein aus dem "Spiegel"-Archiv stammendes Protokoll des Reichssicherheitshauptamtes der SS, in dem es heißt, Kiesinger habe während seiner Tätigkeit in der rundfunkpolitischen Abteilung antijüdische Aktionen gehemmt und verhindert.

1945-1946
Haft im Internierungslager Ludwigsburg.

1946
Leiter eines Repetitoriums für Jurastudenten an der Universität Würzburg.

1947
Kiesinger wird ehrenamtlicher Landesgeschäftsführer der CDU in Südwürttemberg-Hohenzollern.

1948
Kiesinger wird durch ein Spruchkammergericht vollständig entlastet und wird wieder Rechtsanwalt in Tübingen und Würzburg.

1949
Kiesinger wird Mitglied des Bundestages.

1950
Kiesinger wird Vorsitzender des Vermittlungsausschusses im Bundestag und Mitglied des erweiterten CDU-Vorstands.

1951
Kiesinger wird Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der CDU.

1950-1958
Kiesinger wird Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarates.

1954
Kiesinger wird Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Auswärtige Angelegenheiten.

1958
Kiesinger wird Ministerpräsident von Baden-Württemberg (bis 1966).

1960
Kiesinger wird das Großkreuz des Verdienstordens der BRD verliehen.

1966
November: Nach dem Bruch der Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP wird Kiesinger als Kandidat für die Nachfolge Bundeskanzler Erhards nominiert.
1. Dezember: Nach Erhard zurück getreten ist wird Kiesinger zum neuen Bundeskanzler gewählt. Es kommt zur Bildung einer Großen Koalition zwischen CDU/CSU und SPD, deren Vorsitzender Willy Brandt Vizekanzler und Außenminister wird.


1966-1969
Bundeskanzler der Großen Koalition.
Ungeachtet der Problematik der Großen Koalition können die wirtschaftliche Rezession und die Misere der Bundesfinanzen durch eine mittelfristige Finanzplanung überwunden werden.
Gemeinsam mit der SPD werden die Stabilitätsgesetze und die umstrittenen Notstandsgesetze verabschiedet.
Im Zuge der Verbesserung der Ostkontakte werden 1967/68 diplomatische Beziehungen mit Rumänien, der CSSR und Jugoslawien aufgenommen und damit der Bruch mit der Hallstein-Doktrin eingeleitet.
Nicht zuletzt der Streit um den Atomwaffensperrvertrag und die andauernde Kontroverse zwischen CDU/CSU und SPD um die weitere Konjunktur- und Währungspolitik leiten den "Machtwechsel" 1969 und das Ende der Kanzlerschaft Kiesingers ein.

1967-1971
Parteivorsitzender der CDU, danach Ehrenvorsitzender.
Trotz der Enttäuschung über die Bildung einer Sozial-liberalen Koalition, die gegen die CDU-Mehrheit nach den Bundestagswahlen 1969 durchgesetzt wird, bleibt Kiesinger zunächst Parteivorsitzender, verliert aber zunehmend den Rückhalt der eigenen Partei.
Im Juli 1971 verzichtet er schließlich auf die erneute Kandidatur zum Parteivorsitz.

1969-1980
Mitglied des Bundestages.

1980
Bei den Bundestagswahlen 1980 verzichtet Kiesinger auf eine erneute Kandidatur und scheidet zum Ende der Legislaturperiode aus dem Bundestag aus.

1984
Zu Kiesingers 80. Geburtstag erscheinen mehr als 1000 Vertreter des öffentlichen Lebens, darunter die Parteivorsitzenden von CDU, CSU, SPD und FDP.

1988
9. März: Kurt Georg Kiesinger stirbt in Tübingen.


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