![]() |
|
![[Indira Gandhi]](indiratop.jpg)











1"die Glänzende" - ein Beiname der Göttin Lakshmī.
2Indirās Schwiegertochter Sonia gibt später eine Auswahl unter dem Titel "Tochter der Freiheit" neu heraus.

3Die Emory-Universität in Atlanta/Georgia legte 2006 eine Untersuchung vor, wonach es sogar "15 Millionen" Opfer gewesen sein sollen. Dikigoros mißtraut solchen nachträglichen Berechnungen, die mal eben um ein paar Millionen nach oben oder unten von früheren, zeitnahen Zählungen abweichen, will sie aber seinen Lesern nicht vorenthalten.
4Die bekanntesten Beispiele sind - neben Indirā selber - ihre Schwiegertochter Sonia in Bhārat, Sirimāwo Bhãdārnāyke und deren Tochter Chandrika Kumaratunga in Shrī Lankā, Mujibur Rahmans Tochter Hasina Wajed in Bangla Desh, Aung Sans Tochter Suu Kyi in Barmā sowie Jinnāhs Schwester Fatima und Zulfikar Alī Bhuttos Tochter Benazir in Pākistān. Eine unumstößliche Regel scheint ferner zu sein, daß indische Politiker[innen] kein "normales" Familienleben haben. So lebte Jinnāh die meiste Zeit seines Lebens mit seiner Schwester zusammen, Nehrū erst mit seiner Schwester, dann mit seiner Tochter, und Indirā mit ihrem Sohn. Benazir Bhutto wurde nachgesagt, daß sie ihren Bruder ermorden ließ, um ihren Vater beerben zu können.
5Die westlichen Medien haben Indirās wachsende Unbeliebtheit überwiegend der Ausrufung des Notstands im Juni 1975 und der damit verbundene Einschränkung "demokratischer Grundrechte", vor allem der "Pressefreiheit" zugeschrieben. Tatsächlich war das letztere nicht die Ursache, sondern vielmehr die Folge des ersteren, als Indirā sich nicht mehr anders zu helfen wußte. Dikigoros hat damals in Indien mit vielen Menschen aller Bevölkerungsschichten gesprochen. An erster Stelle der Kritik stand bei allen Gegnern Indirās das Sterilisations-Programm. (Dagegen interessierten "Demokratie" und "Pressefreiheit" allenfalls am Rande.) Im Westen - wo gerade erst die Abtreibung legalisiert worden war und "Familienplanung" groß in Mode kam - verstand man das nicht, da man eine Bremsung des indischen Bevölkerungswachstums für gut und wünschenswert hielt. Außerdem griff dieses Programm erst nach dem zweiten Kind, während z.B. in der VR China die Ein-Kind-Familie propagiert und u.a. durch Zwangsabtreibungen forciert wurde.
6Merkwürdigerweise wurde nie ernsthaft bezweifelt, daß es sich dabei um einen bloßen Unfall handelte. Dabei war Sanjay der bestgehaßte Mann im Lande. Im Volk herrschte die Meinung vor, daß Indirā alle unpopulären Entscheidungen von ihrem Sohn "eingeflüstert" worden seien; Motive für ein Attentat gab es also reichlich. Sanjay war - wie sein Bruder Rājiw - ein erfahrener Pilot; der Looping, bei dem er abstürzte, war für ihn kein besonders schwieriges Manöver. Sabotage an seinem Flugzeug wurde jedoch ausgeschlossen.
7Shabeg Singh war in jungen Jahren ein großer Sportler (indischer Meister im 100-m-Lauf - auch Landesrekordhalter -, Weitsprung und Hockey) und später ein hoch dekorierter Kriegsheld. Er hatte in Barmā gegen die Japaner, in Malaya und Asām gegen die Chinesen und in Kashmīr gegen die Pākistānī gekämpft. 1971 war er maßgeblich am siegreichen Feldzug in Ost-Pākistān beteiligt, wo er zuvor heimlich eine Armee aus unzufriedenen Ost-Bengalen aufgebaut hatte, die auf Seiten Bhāratas kämpfte. Seine Entlassung im Jahre 1976 durch Indirā - mit äußerst fadenscheiniger Begründung - hatte ihr Verhältnis zum Offizierskorps im allgemeinen und zu den Sikhs im besonderen stark belastet.

8Indirā bekannte sich zum "Adi Dharm", einer Glaubensrichtung, die Dikigoros mit aller gebotenen Vorsicht als "Anti-Hinduïsmus" bezeichnen würde, die jedenfalls alle seine wesentlichen Grundsätze über Bord geworfen hat. In "besseren" Hindu-Tempeln hatte Indirā Zutrittsverbot.
9Indirā befürchtete, daß nach einer Unabhängigkeit "Khalistānas" auch andere Randprovinzen "wegbrechen" könnten und daß dies der Anfang vom Ende Bhāratas wäre, was in Anbetracht des Sonderfalls "Sikhs" - zumal nach der Abtrennung Hariyānās anno 1966 - nicht zwingend erscheint. Doch selbst wenn man ihre Auffassung teilte - und ferner glaubte, daß dies eine politische Katastrofe wäre -, so gab es doch keinen stichhaltigen Grund für eine gewaltsame "Eroberung" des Goldenen Tempels. Indirā meinte, daß diese Entscheidung nicht auf sie persönlich zurück fallen würde, da der Angriffsbefehl formell vom Präsidenten - einem Sikh - kam und auch der Angriff von Sikh-Offizieren geführt wurde - auch in diesem Punkt irrte sie. Mit etwas Geduld hätte sie den Tempel abriegeln und die "Rebellen" binnen einiger Wochen oder Monate aushungern lassen können; statt dessen schickte sie die Armee mit Panzern ins Gefecht, bei dem wahllos alles nieder gemacht wurde, was man antraf. Als Zeitpunkt wählte sie ausgerechnet die Nacht vom Heiligabend auf den Weihnachtstag der Sikhs, als der Tempelbezirk mit harmlosen Pilgern aus aller Welt überfüllt war. (Schätzungen schwanken zwischen ca. 500 und ca. 5.000 zivilen Opfern.) Die Behauptung, der Harmandar Sahib - der wichtigste Tempel des Bezirks - sei bei dieser Gelegenheit zerstört worden, ist allerdings unzutreffend. Stark beschädigt wurde "nur" der - zweitwichtigste - Akal Tākhat Sahib. Hauptvorwurf der Sikhs war auch nicht der Beschuß des A.T.S. - wo die Aufständischen schließlich selber Maschinengewehr-Nester eingerichtet hatten -, sondern die Entweihung des H.S. durch Soldaten, die ihn in Stiefeln betraten, und die "versehentliche" Vernichtung der heiligen Schriften.

10Die Angaben zur Zahl der Todesopfer schwanken extrem - zwischen "300" und "50.000". Auch die Zahl der vertriebenen oder in den Panjāb geflüchteten Sikhs ist nicht mehr genau zu ermitteln; die jüngsten Schätzungen von ca. 1,25 Millionen dürften zu hoch gegriffen sein; sie war jedoch zumindest sechsstellig.
zurück zu Kalkutta liegt nicht am Ganges
zurück zu Politiker des 20. Jahrhunderts
heim zu Von der Wiege bis zur Bahre