| 28.08.1749 |
Johann Wolfgang von
Goethe wird als Sohn des Kaiserlichen Rats h.c. Johann Caspar Goethe und seiner Ehefrau
Katharina Elisabeth, geb. Textor, in Frankfurt am Main geboren. |
| 07.12.1750 |
Goethes Schwester
Cornelia wird geboren. |
Kindheit
und frühe Jahre |
Goethe erhält Privatunterricht.
Märchen, Puppenspiel und Theater gehören zu seinen Freizeitinteressen. Er liest die
Bibel, Klopstock, Volksbücher und Robinsonaden. |
| 1765-1768 |
Goethe ist für das Studium der
Jurisprudenz in Leipzig eingeschrieben, studiert aber wenig bis gar nicht.
Seine Gesundheit leidet unter dem ausschweifenden Lebenswandel. |
| 1770-1771 |
Goethe ist für das Studium der
Jurisprudenz in Straßburg eingeschrieben. Er lernt Herder und Lenz kennen,
schreibt Gedichte. |
| 1771-1772 |
Da Goethe auch in Straßburg das
Studium nicht packt, begnügt er sich mit dem Erwerb des Lic. iur. (Lizentiaten der
Rechte). Er gibt dies als "Promotion" aus, nennt sich fortan "Dr. Goethe" und macht eine
Anwaltskanzlei in Frankfurt auf - in der freilich nur sein Vater arbeitet. Er schreibt
Wanderers Sturmlied. |
| 1772 |
Goethe macht ein Praktikum am
Reichskammergericht in Wetzlar. Er lernt Charlotte Buff kennen (die "Charlotte" des
Werther). Er schreibt den Götz von Berlichingen und beginnt den
Urfaust. |
| 1772-1775 |
Da Goethe auch am Reichsgericht nicht
reüssiert, kehrt er zurück nach Frankfurt. Er lernt Klopstock, Klinger und Karl August
von Sachsen-Weimar-Eisenach kennen. Er schreibt den Clavigo (1774) und
Die Leiden des jungen Werther (1773), mit dem er berühmt wird. Außerdem schreibt
er weiter Gedichte ( König von Thule, Ganymed, Schwager Kronos,
Prometheus, An Belinden, Lillis Park, Auf dem See). |
| 1775 |
Goethe reist mit den
Brüdern Stolberg in die Schweiz, besucht in Zürich Lavater, den Erfinder der Fysiognomik.
Er verlobt sich mit Lili Schönemann; die Verlobung geht jedoch in die Brüche, als er sich,
wieder in Weimar, in die verheiratete Charlotte von Stein verliebt. |
| 1776 |
Goethe tritt als Geheimer
Legationsrat ohne Portefeuille in den Weimarer Staatsdienst ein. Er verbringt die Zeit
mit üblen Streichen, die er gemeinsam mit dem Herzog Karl August den bürgerlichen
"Stutzern" spielt, Tagebuchschreiben und Privatstudien über Natur, Botanik und
Geologie, lernt Wieland und Musäus kennen und schreibt Stella, Wanderers
Nachtlied ("Über allen Wipfeln ist Ruh'..."), An den Mond und Die
Geschwister. |
| 1777 |
Goethes Schwester Cornelia stirbt.
Auf einer Harzreise schreibt er das Gedicht Harzreise im Winter. |
| 1778 |
Goethe reist nach Berlin. |
| 1779 |
Goethe reist zum zweiten Mal in die
Schweiz. Nach seiner Rückkehr nach Weimar wird er zum Direktor der Kriegs- und
Wegebaukommission ernannt. |
| 1782 |
Goethes Vater stirbt. Von dem reichen
Erbe kauft er sich eine Erhebung in den erblichen Adelsstand und die Ernennung zum
Kammerpräsidenten (Finanzminister). Er schreibt den Torquato Tasso und den
Der Erlkönig. |
| 1785 |
Goethe betreibt "botanische
Studien" |
| 1786-1788 |
Goethe reist erstmals nach Italien,
besucht u.a. Venedig, Rom, Neapel und Sizilien. Er trifft u.a. den Maler Wilhelm Tischbein,
der ihn porträtiert, vollendet den Egmont und die Iphigenie auf Tauris. |
| 1788 |
Nach seiner Rückkehr nach Weimar beendet
Goethe - der in den italienischen Bordellen erstmals die körperliche Liebe kennen gelernt
hat - die platonische Beziehung mit Charlotte von Stein und beginnt ein Verhältnis mit
Christiane Vulpius, der Schwester eines erfolgreichen Romanschriftsteller (u.a. Rinaldo
Rinaldini), die er jedoch vorerst nicht zu heiraten gedenkt, sondern nur als
"Bettschatz" hält. Goethe lernt Wilhelm v. Humboldt und Friedrich v. Schiller
kennen, schreibt weiter am Faust, beginnt die Römischen Elegien, betreibt
morphologische und optische Studien und stellt die "Arbeit" in Regierungsgeschäften nun
auch offiziell ein. |
| 25.12.1789 |
Goethes Sohn August ("der dumme August")
wird geboren. Goethe vollendet den Tasso. |
| 1790 |
Goethe fährt erneut nach Venedig ("zweite
italienische Reise"). Auf dem Rückweg besucht er Schiller in Jena. Er schreibt weiter am
Faust, beginnt mit der Farbenlehre, verfaßt einen Versuch, die
Metamorphose der Pflanzen zu erklären und stellt die Römischen Elegien
fertig. |
| 1791 |
Goethe übernimmt die Leitung des
Weimarer Hoftheaters. Er läßt hauptsächlich eigene Werke aufführen, gelegentlich auch
solche von Schiller, Shakespeare, Lessing, Schlegel und Voltaire. Er beginnt mit dem
Wilhelm Meister. |
| 1792 |
Goethe nimmt als Schlachtenbummler am
Feldzug gegen Frankreich teil. (Später sollte er behaupten, angesichts der Kanonade von
Valmy habe er erkannt, daß hier eine neue Epoche begonnen habe.) |
| 1793 |
Goethe schaut sich auch die
Belagerung von Mainz an. Er schreibt Reineke Fuchs. |
| 1794 |
Mit einem schmeichlerischen Schreiben
Schillers an Goethe beginnt eine jahrelange Brieffreundschaft. |
| 1795 |
Goethe kurt in Karlsbad.
Die Bände 1 und 2. von Wilhelm Meisters Lehrjahren
erscheinen. |
| 1796 |
Die Bände 3 und 4.
von Wilhelm Meisters Lehrjahren erscheinen. |
| 1797 |
Goethe reist zum dritten Mal in die
Schweiz. Zusammen mit Schiller gibt er die Xenien in Schillers
Musenalmanach heraus und arbeitet weiter am Faust. |
| 1798 |
Goethe schreibt
Hermann und Dorothea. Das neue Theater von Weimar wird eingeweiht mit
Schillers Wallenstein. Auf diese Aufführung datieren Literaturwissenschaftler
die "klassische" Epoche des Weimarer Theaters. Zusammen mit dem Kunstschriftsteller
Johann Heinrich Meyer gibt Goethe die Propyläen heraus. |
| 1803 |
Goethe vollendet Die natürliche
Tochter. |
| 1804 |
Goethe gründet
die Jenaische Allgemeine Literatur Zeitung. |
| 1805 |
Schiller stirbt.
Goethe verfaßt einen Epilog auf Schillers Glocke. Er freundet
sich mit dem Berliner Komponisten Karl Friedrich Zelter (1758-1832) und
dem Hallenser Altphilologen Prof. Friedrich August Wolf (1759-1824)
an. |
| 1806 |
Goethe vollendet
Faust I. und heiratet Christiane Vulpius. Von nun an begibt
er sich jährlich zum Sommerurlaub nach Karlsbad (bis
1819). |
| 1807 |
Goethe schreibt Wilhelm Meisters
Wanderjahren, Band I. |
| 1808 |
Goethes Mutter stirbt.
Auf dem Erfurter Fürstentag begegnet er Napoleon I. (Später sollte er behaupten, dieser
habe ihn einen "großen Mann" genannt. |
| 1809 |
Goethe veröffentlicht Die
Wahlverwandtschaften. |
| 1810 |
Goethe veröffentlicht die
Farbenlehre, die er für sein bedeutendstes Werk hält. |
| 1811 |
Goethe vollendet sein
autobiographisches Werk Dichtung und Wahrheit. (4
Teile) |
| 1814 |
Goethe reist an den Rhein.
|
| 1815 |
Goethe wird zum "Ersten
Minister" ernannt, was freilich nicht Regierungschef bedeutet, sondern
"Oberaufseher" über die Anstalten für Kunst und Wissenschaft. |
| 1816 |
Goethes Ehefrau Christiane
stirbt. |
| 1817 |
Die Italienische
Reise (2 Teile) erscheint. Goethe legt die Leitung des Weimarer
Hoftheaters nieder. |
| 1819 |
Der West-östliche
Divan wird veröffentlicht. Im Sommer reist Goethe erstmals ins böhmische Marienbad. |
| 1821 |
Goethe stellt Johann Peter
Eckermann als Privatsekretär ein. Die erste Fassung von Wilhelm Meisters Wanderjahre
entsteht. |
| 1823 |
Der mittlerweile 74-jährige Goethe wirbt
in Marienbad um die 18-jährige Ulrike von Levetzow, die er in der Marienbader
Elegie verewigt. |
| 1828 |
Herzog Karl August
stirbt. |
| 1829 |
Der Faust I. wird
in Braunschweig uraufgeführt. Goethe schreibt an der erweiterten
Fassung von Wilhelm Meisters Wanderjahre. |
| 27.10.1830 |
Goethes Sohn August
stirbt in Rom. |
| 1831 |
Vollendung von
Faust, der Tragödie Zweiter Teil (gedruckt erst 1833) |
| 22.03.1832 |
Goethe stirbt in
Weimar und wird in der dortigen Fürstengruft beigesetzt. Laut Eckermann sollen seine
letzten Worte gewesen sein: "Mehr Licht!" |